IHK Chemnitz warnt vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz hat erneut vor erheblichen Verzögerungen beim dringend benötigten Ausbau der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz gewarnt. In einer aktuellen Stellungnahme forderte Hauptgeschäftsführer Christoph Neuberg endlich klare Zeitpläne, praxistaugliche Planungsstandards und eine verlässliche Finanzierung für dieses Schlüsselprojekt der Region Südwestsachsen.
Jahrelange Verzögerungen und unklare Perspektiven
Seit Jahren wird um den Ausbau der bisher eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke gerungen, die als wichtige Verkehrsader für die Industrieregion gilt. Nach jüngsten Aussagen des Infrastrukturministeriums lassen die Arbeiten jedoch weiter auf sich warten. Für den Südabschnitt Geithain-Chemnitz sollen die Bauarbeiten nach aktuellen Plänen erst 2032 beginnen und bis 2035 dauern. Der Zeitplan für den Nordabschnitt bis Leipzig bleibt völlig unklar, da die genauen Planungen noch ausstehen.
Christoph Neuberg betonte: „Wir reden hier über ein Schlüsselprojekt für die gesamte Industrieregion Südwestsachsen. Zeitgemäße Mobilität darf nicht an überbordender Bürokratie und jahrzehntelangen Planungsprozessen scheitern.“
Hohe Kosten und regulatorische Hürden
Angesichts der immensen prognostizierten Kosten – allein der Nordabschnitt soll nach bisherigen Berechnungen etwa 750 Millionen Euro kosten – forderte Neuberg einen Abbau von Auflagen und Regularien für den Ausbau öffentlicher Infrastruktur. Er verwies darauf, dass es sich nicht um ein neues Großprojekt handle, sondern um die Ertüchtigung einer bestehenden Bahnstrecke.
„Es fällt immer schwerer, diese unfassbaren Rückschläge beim Streckenausbau wegzustecken und dennoch weiter daran zu arbeiten“, so Neuberg. Die IHK kritisiert, dass die Verzögerungen die wirtschaftliche Entwicklung der Region beeinträchtigen und dringend benötigte Verbesserungen im Personen- und Güterverkehr behindern.
Ausblick und Forderungen
Die IHK Chemnitz drängt auf eine beschleunigte Umsetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Sie fordert:
- Einen verbindlichen Zeitplan für den gesamten Ausbau
- Eine transparente und gesicherte Finanzierung
- Vereinfachte Planungsverfahren zur Reduzierung von Bürokratie
- Eine Priorisierung des Projekts auf politischer Ebene
Ohne diese Maßnahmen drohen weitere Verzögerungen, die die Bedeutung der Bahnstrecke als zentrale Verkehrsverbindung langfristig gefährden könnten.



