Spritpreis-Schock an der Autobahn: Landwirt aus Uckermark spricht von „Wahnsinn“
Die rasant steigenden Kraftstoffpreise treffen viele Berufstätige in Brandenburg hart. Ein wohnortnaher Arbeitsplatz ist in diesen Zeiten ein echter Glücksfall, wie das Beispiel von Robert Zibulski zeigt. Der 37-jährige Landwirt aus Kutzerow bei Prenzlau kann seine Arbeitsstelle zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen – ein Luxus, den mehr als zwei Drittel der berufstätigen Brandenburger nicht haben.
„2,50 Euro für Diesel – das ist verrückt“
Doch trotz seiner privilegierten Situation beobachtet Zibulski die Entwicklung an den Tankstellen mit großer Sorge. Am 5. März meldete er sich beim Nordkurier, nachdem er auf einer Autobahnfahrt eine schockierende Preisanzeige gesehen hatte. „Auf der Rückfahrt von einer Werksbesichtigung in Harsewinkel und Paderborn wollten wir eigentlich auf der Autobahn tanken“, berichtet der Landwirt. „Doch da standen 2,50 Euro für den Liter Diesel in der Anzeige. Das ist doch einfach nur noch verrückt.“
Die Reaktion des Landwirts war eindeutig: „Wir haben dort natürlich nicht gehalten, sondern sind noch fünf Kilometer weitergefahren zu einer Tankstelle, wo der Liter Diesel ‚nur‛ 2,04 Euro kostete.“ Obwohl Zibulski selbst nicht als Pendler betroffen ist, empört ihn die Situation zutiefst. „Den Pendlern bleibt nichts anderes übrig, als zu tanken, um vorwärtszukommen. Einfach Wahnsinn …“
Brandenburgs Pendler-Realität: Zahlen steigen leicht
Die Statistiken bestätigen Zibulskis Beobachtungen. Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg müssen fast zwei Drittel der Berufstätigen in Brandenburg für ihren Job in eine andere Stadt pendeln. Im vergangenen Jahr waren es knapp 843.600 Pendler – eine leichte Steigerung um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich:
- Viele Brandenburger haben keine Alternative zum Pendeln
- Die Spritpreise belasten insbesondere Berufstätige mit langen Arbeitswegen
- Selbst kurze Distanzen zwischen Tankstellen können erhebliche Preisunterschiede bedeuten
Robert Zibulski schätzt seinen wohnortnahen Job umso mehr. „Davon profitiert nicht nur meine Familie, sondern aktuell mehr denn je auch mein Geldbeutel“, erklärt der Landwirt. Seine Tochter freut sich zudem, dass ihr Vater zu Fuß zur Arbeit gehen kann – ein kleiner Trost in Zeiten explodierender Kraftstoffkosten.
Die Entwicklung an den Tankstellen bleibt für viele Brandenburger eine finanzielle Belastungsprobe. Während Zibulski seine kurzen Arbeitswege genießen kann, müssen Hunderttausende im Land weiterhin weite Strecken zurücklegen – und dabei immer höhere Spritpreise in Kauf nehmen.



