Streik bei Lufthansa legt deutsche Flughäfen lahm
Im anhaltenden Konflikt um die betriebliche Altersvorsorge hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für diesen Donnerstag, den 12. Februar, zu einem umfassenden Streik bei der Lufthansa aufgerufen. Dieser Arbeitskampf wird sich auf alle großen deutschen Flughäfen auswirken und den Flugbetrieb der Airline erheblich beeinträchtigen.
Eskalation im Tarifkonflikt
Die Gewerkschaft bestätigte, dass sich der Streikaufruf sowohl auf die Kernmarke Lufthansa als auch auf die Frachtsparte Cargo bezieht. Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, machte dabei deutlich, dass die Verantwortung für die Eskalation bei der Fluggesellschaft liege. „Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden“, erklärte Pinheiro und betonte, dass die Gewerkschaft stets gesprächsbereit gewesen sei und mehrfach versucht habe, Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen.
Der Streik betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten. Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis für die Maßnahme. „Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen“, führte Pinheiro aus. „Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt.“
Parallelstreik des Kabinenpersonals
Parallel zum Pilotenstreik hat die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser Schritt erfolgt angesichts der öffentlich bekanntgegebenen Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und der anhaltenden Weigerung des Arbeitgebers, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln.
Die UFO erklärte, dass von dem Warnstreik alle Abflüge der Lufthansa CityLine von folgenden Flughäfen betroffen sind:
- Frankfurt
- München
- Hamburg
- Bremen
- Stuttgart
- Köln
- Düsseldorf
- Berlin
- Hannover
Die Gewerkschaft betonte, dass der Warnstreik jederzeit beendet werden könne, sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit sei, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln.
Auswirkungen auf den Flugverkehr
Die gleichzeitigen Streikaufrufe beider Gewerkschaften werden zu erheblichen Beeinträchtigungen im deutschen Luftverkehr führen. Passagiere, die für Donnerstag Flüge mit Lufthansa oder Lufthansa CityLine gebucht haben, müssen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Flughäfen raten Reisenden, sich vorab über den Status ihrer Flüge zu informieren und alternative Reiseoptionen in Betracht zu ziehen.
Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Spannungen in der deutschen Luftfahrtbranche, wo Tarifkonflikte um Altersvorsorge und Sozialpläne zunehmend zu Arbeitskampfmaßnahmen führen. Beobachter erwarten, dass die Streiks erhebliche wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Flughäfen und Regionen haben werden.



