Lufthansa-Streik legt deutschen Luftverkehr lahm
Mitten in der Rückreisewelle nach den Osterfeiertagen hat ein Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa zu massiven Beeinträchtigungen im deutschen Luftverkehr geführt. Seit Mitternacht legen rund 20.000 Flugbegleiter der Fluggesellschaft die Arbeit nieder, nachdem die Kabinengewerkschaft UFO zum Arbeitskampf aufgerufen hatte.
Flughäfen im Ausnahmezustand
Der Streik betrifft offiziell alle Abflüge in Deutschland bis 22 Uhr und hat besonders die großen Drehkreuze Frankfurt und München getroffen. In Frankfurt wurden bereits im Vorfeld etwa 75 Prozent der geplanten Lufthansa-Abflüge gestrichen – das entspricht rund 350 Flügen. Auch an weiteren wichtigen Flughäfen wie Berlin, Stuttgart und Leipzig/Halle bleiben zahlreiche Maschinen am Boden.
Die Auswirkungen sind jedoch noch weitreichender: Selbst kleinere Regionalflughäfen kämpfen mit den Folgen des Arbeitskampfes. In Hannover fallen jeweils neun Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie München aus, in Bremen sind es jeweils zehn. Hamburg muss mit insgesamt 23 gestrichenen Flügen rechnen, während in Düsseldorf 26 Flugbewegungen annulliert wurden.
Kettenreaktion mit internationalen Folgen
Besonders problematisch ist die Situation für Rückreisende aus dem Ausland. Da zahlreiche Maschinen an ihren Zielorten fehlen, dürften auch viele internationale Rückflüge ausfallen oder erheblich verspätet sein. Diese Kettenreaktion betrifft Tausende Urlauber, die nach den Osterferien zurück in die Heimat reisen wollten.
Passagierinformation und Entschädigungsansprüche
Die Lufthansa rät allen betroffenen Passagieren, sich umfassend über den Status ihrer Flüge zu informieren. Betroffene können ihre Tickets umbuchen lassen oder eine Erstattung beantragen. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden stehen den Fluggästen Entschädigungszahlungen zu. Zudem ist die Airline verpflichtet, für alternativen Transport, Verpflegung und gegebenenfalls Unterkunft zu sorgen.
Hintergründe des Arbeitskampfes
Es handelt sich bereits um den dritten großen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft in diesem Jahr. Zuvor hatten bereits die Piloten in zwei Runden die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft UFO will mit dem aktuellen Arbeitskampf Druck auf die festgefahrenen Tarifverhandlungen ausüben.
Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft fordert die Gewerkschaft Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Flugbegleiter. Bei der Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline geht es um einen Sozialplan für etwa 800 Beschäftigte, da die Airline im kommenden Jahr eingestellt werden soll.
Die aktuelle Streikwelle zeigt, wie angespannt die Arbeitsbeziehungen in der Luftfahrtbranche sind. Während die Gewerkschaften bessere Arbeitsbedingungen fordern, kämpft die Branche gleichzeitig mit den wirtschaftlichen Folgen der vergangenen Krisenjahre. Für die betroffenen Passagiere bedeutet dies jedoch vor allem Unsicherheit und Reisestress in einer ohnehin schon turbulenten Reisezeit.



