Spritpreise sinken deutlich: Zweiter Tag in Folge mit spürbaren Rückgängen
An den deutschen Zapfsäulen setzt sich der Abwärtstrend fort. Nachdem die Preise für Kraftstoffe bereits am Vortag gesunken sind, verzeichnet der ADAC am Donnerstag erneut deutliche Rückgänge. Der gesunkene Ölpreis kommt damit sukzessive bei den Autofahrern an, doch Experten mahnen zur Vorsicht: Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Situation im Nahen Osten ab.
Konkrete Preissenkungen bei Diesel und Superbenzin
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags verbilligte sich Diesel um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10 wurde um 4,3 Cent günstiger und kostet nun 2,112 Euro pro Liter. Seit dem deutlichen Absturz des Ölpreises in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch summiert sich der Rückgang bei Diesel auf 10,1 Cent pro Liter, bei E10 auf 7,6 Cent.
Diese Entwicklung kommt nicht überraschend, wurde von Fachleuten jedoch mit einer gewissen Verzögerung erwartet. Kritik gibt es daran, dass Preiserhöhungen in der Regel deutlich schneller an die Verbraucher weitergegeben werden als Senkungen. Trotz der aktuellen Verbilligungen bleibt das Tanken im Vergleich zum Vorkriegsniveau Ende Februar deutlich teurer: Bei Diesel sind es noch 60 Cent Aufschlag, bei Superbenzin etwa 33 Cent.
Politische Reaktionen und Energiepreis-Krisengipfel
Angesichts der anhaltend hohen Energiepreise lädt Vizekanzler Lars Klingbeil am heutigen Freitag zu einem Energiepreis-Krisengipfel ein. Der SPD-Chef schlägt gezielte Entlastungen für Bürger vor, etwa durch eine Mobilitätsprämie, die über eine Übergewinnsteuer von Energiekonzernen finanziert werden könnte. Zudem wirbt er für einen flexiblen Preisdeckel für Sprit.
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich am Donnerstag hingegen zurückhaltend. Er stellte Bürgern und Unternehmen keine schnellen Entlastungen in Aussicht und betonte, die Bundesregierung sei „in engstem Dialog“, man solle aber nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen.
Unsicherer Ausblick: Ölpreis und Naher Osten
Wie sich die Spritpreise in den kommenden Tagen entwickeln, hängt vor allem vom Rohölpreis und damit von der geopolitischen Lage im Nahen Osten ab. Vor den anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bewegte sich der Ölpreis am Freitagmorgen nur geringfügig. Ein Fass der für Europa wichtigen Nordseesorte Brent kostete mit Lieferung im Juni 96,76 US-Dollar, was einem leichten Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht.
Der Ölpreis bleibt damit klar unter der Marke von 100 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch nach Vereinbarung einer Waffenruhe zeitweise auf fast 90 Dollar gesunken war. Die weitere Preisentwicklung an den Zapfsäulen bleibt somit ungewiss und stark von internationalen Entwicklungen abhängig.



