Rätsel um MH370 bleibt ungelöst: Moderne Tiefsee-Suche endet ergebnislos
Zwölf Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 ist eine umfangreiche neue Suche nach dem Wrack des Flugzeugs ohne Erfolg beendet worden. Das auf Tiefsee-Erkundungen spezialisierte Unternehmen Ocean Infinity hat das Suchgebiet im Indischen Ozean verlassen, ohne neue Hinweise auf das verschollene Flugzeug zu finden. Diese enttäuschende Nachricht bedeutet für die Familien der 239 Opfer weiterhin keine Antworten auf ihre drängenden Fragen.
Umfangreiche Suchoperation ohne Ergebnis
Das Forschungsschiff des Unternehmens verließ das Suchgebiet bereits am 23. Januar, wie Firmenchef Oliver Plunkett mitteilte. Seit Beginn der Mission im Jahr 2018 hat Ocean Infinity insgesamt 151 Tage auf See verbracht und dabei mehr als 140.000 Quadratkilometer Meeresboden mit modernster Technologie kartiert. „Das Ausmaß der Herausforderung – sowohl geografisch als auch technologisch – ist kaum zu begreifen“, erklärte Plunkett in einer Stellungnahme.
Die Boeing 777 war am 8. März 2014 auf einem regulären Flug von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und aus bis heute ungeklärten Gründen vom Kurs abgewichen. Trotz jahrelanger internationaler Bemühungen wurden bisher nur wenige Dutzend Wrackteile an verschiedenen Küsten angeschwemmt. Vom Hauptrumpf des Flugzeugs, den Insassen aus 14 verschiedenen Ländern und dem entscheidenden Flugrekorder fehlt weiterhin jede Spur.
Technologische Herausforderungen und zukünftige Perspektiven
Trotz des Einsatzes modernster Technik, Robotik und automatisierter Systeme ist es Ocean Infinity nicht gelungen, das verschwundene Flugzeug zu lokalisieren. Dennoch betonte das Unternehmen, dass auch die erfolglose Suche wichtige Erkenntnisse liefert: „Zumindest können wir nun mit Sicherheit sagen, dass sich das Wrack nicht in den untersuchten Gebieten befindet“, so Plunkett. Diese Information könnte bei der Entwicklung zukünftiger Suchstrategien helfen.
Ocean Infinity zeigte sich weiterhin an der Suche interessiert und arbeitet mit der malaysischen Regierung zusammen, um die Mission möglicherweise fortzusetzen, „wenn die Umstände es erlauben“. Das Unternehmen hatte einen speziellen „Kein Fund, keine Bezahlung“-Vertrag mit der Regierung in Kuala Lumpur ausgehandelt.
Erfahrung mit schwierigen Suchmissionen
Das in den USA und Großbritannien ansässige Unternehmen Ocean Infinity hatte bereits im Februar 2025 eine neue Suche mit Hilfe eines Tiefsee-Versorgungsschiffs und autonomer Unterwasserfahrzeuge gestartet. Die Arbeiten wurden im April aufgrund schlechter Wetterbedingungen vorübergehend ausgesetzt und gegen Jahresende wieder aufgenommen.
Ocean Infinity verfügt über bemerkenswerte Erfahrung bei schwierigen Suchmissionen. So hatten Mini-Unterwasserfahrzeuge des Unternehmens 2018 das im Jahr zuvor verschollene argentinische U-Boot „ARA San Juan“ vor der Küste Patagoniens entdeckt. 2019 gelang es der Spezialfirma zudem, das seit rund 50 Jahren im nordwestlichen Mittelmeer vermisste U-Boot „Minerve“ aufzuspüren.
Das Verschwinden der Boeing 777 gehört weiterhin zu den größten ungelösten Mysterien der Luftfahrtgeschichte. Während die technologischen Möglichkeiten zur Tiefsee-Erkundung ständig verbessert werden, bleibt die Frage nach dem Verbleib von Flug MH370 eine offene Wunde für die Angehörigen und eine Herausforderung für die internationale Luftfahrtgemeinschaft.



