Berliner Senat startet Milliardenprogramm für marode Brückeninfrastruktur
Milliardenprogramm für Berlins marode Brücken gestartet

Berlin startet umfassendes Brückensanierungsprogramm

Der Berliner Senat hat ein ambitioniertes Sanierungsprogramm für die marode Brückeninfrastruktur der Hauptstadt beschlossen. Mit Milliardeninvestitionen und beschleunigten Bauverfahren soll der Sanierungsstau bei den Brückenbauwerken beseitigt werden, die für die Mobilität in der Stadt unverzichtbar sind.

Umfangreiche Investitionen geplant

Staatssekretär Andreas Kraus aus der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt bezifferte die Investitionskosten für die Vorhaben auf rund 1,84 Milliarden Euro. Im Doppelhaushalt 2026/2027 sind bereits erste Gelder eingeplant. Bei der Finanzierung setzt der Senat auf ein breites Spektrum an Quellen: Neben Landesmitteln sollen auch Fördermittel der Europäischen Union und des Bundes sowie Partnerschaften mit privaten Investoren genutzt werden, die Projekte vorfinanzieren könnten.

Alarmierender Zustand der Brückeninfrastruktur

Laut Kraus ist Berlin aktuell für 1.047 Brückenbauwerke zuständig, die von Autos, Radfahrern, Fußgängern und dem öffentlichen Nahverkehr genutzt werden. Ein erheblicher Teil dieser Infrastruktur ist in die Jahre gekommen: Viele Brücken sind über 100 Jahre alt und den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Nur 19 Prozent der Brücken – also knapp ein Fünftel – befinden sich nach Einschätzung der Verkehrsverwaltung in einem guten oder sehr guten Zustand.

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Masterplan Brücken 2025-2040

Aus dem beschlossenen Masterplan Brücken 2025-2040 geht hervor, dass innerhalb von 15 Jahren 175 marode Brücken durch Neubauten ersetzt werden sollen. Weitere 125 Brücken sollen in größerem Stil instand gesetzt werden. Die Folgen der maroden Infrastruktur sind bereits jetzt spürbar: Für etliche Brücken gelten Lastbeschränkungen, Sperrungen und andere Verkehrseinschränkungen, die zu Staus und Beeinträchtigungen im Verkehrsfluss führen.

Beschleunigung von Bauprojekten

Kraus zufolge sollen Bauprojekte im Zuge des Masterplans Brücken deutlich beschleunigt werden. Ziel sind kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren, mehr Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit, um den Sanierungsstau nach und nach abzubauen. Bisher dauern Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Brücken nach Angaben der Verkehrsverwaltung im Durchschnitt mindestens zehn Jahre. Hinzu kommen mehrere Jahre Bauzeit, wobei oft noch unterschiedliche Beteiligte für Teilprojekte zuständig sind.

Langfristige Sicherung der Infrastruktur

„Ziel des Masterplans Brücken ist es, die Brückeninfrastruktur der Hauptstadt langfristig zu sichern, zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen“, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) zum Masterplan. Schließlich sei Berlin eine Stadt der Brücken, die für die Mobilität in der Stadt unverzichtbar seien und Menschen, Stadtteile und Lebensräume verbänden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, die Prozesse zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

Das Programm reagiert auf konkrete Probleme wie den Abriss der Brücke an der Wuhlheide im Berliner Ortsteil Oberschöneweide im vergangenen Jahr. Rund 80 Prozent der Berliner Brücken sind in keinem guten Zustand, was die Dringlichkeit der Maßnahmen unterstreicht. Der Senat will mit dem umfassenden Programm gegen Sperrungen und Staus vorgehen und die Verkehrsinfrastruktur der Hauptstadt nachhaltig stärken.

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