Sachsen-Anhalt sichert Millionen für Harzer Schmalspurbahnen
Die wirtschaftlich angeschlagenen Harzer Schmalspurbahnen (HSB) erhalten vom Land Sachsen-Anhalt eine finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe für dringend benötigte Gleisarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde in Wernigerode unterzeichnet und umfasst Mittel für das laufende sowie das vergangene Jahr.
Finanzielle Unterstützung für den Infrastrukturerhalt
Für das laufende Jahr stellt das Land 5,2 Millionen Euro bereit, zusätzlich zu rund fünf Millionen Euro für das Vorjahr. Diese Gelder sind speziell für den Erhalt der Schieneninfrastruktur vorgesehen, um die traditionellen Schmalspurbahnen weiter betreiben zu können.
Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem:
- Die Gleissanierung des Bahnübergangs Westerntorkreuzung in Wernigerode
- Die technische Sicherung des Bahnübergangs Kirchstraße in Wernigerode
- Eine abschnittsweise Gleiserneuerung auf der Strecke zwischen Sorge und Elend
- Die Gleissanierung des Bahnübergangs Drei Annen Hohne
Klare Erwartungen an die Zukunft der Bahnen
Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Lydia Hüskens (FDP), betonte bei der Unterzeichnung: „Wir unterstützen das Unternehmen dabei, sich neu aufzustellen, verknüpfen damit aber auch ganz klare Erwartungen an die künftige Ausrichtung.“ Das Land könne die notwendigen Investitionen in die Schieneninfrastruktur jedoch nicht allein stemmen und setze auf zusätzliche Bundesmittel.
Herausforderungen trotz finanzieller Unterstützung
HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller erklärte, die Vereinbarung ermögliche es dem Unternehmen, das 140 Kilometer umfassende Streckennetz gezielt instand zu halten. Dies gebe den notwendigen Rückhalt für die „Gestaltung der bevorstehenden Herausforderungen“.
Allerdings weisen Analysen darauf hin, dass sowohl Infrastruktur als auch Fahrzeugflotte der HSB so deutliche Instandhaltungsrückstände aufweisen, dass der Betrieb der Schmalspurbahnen langfristig gefährdet ist. Trotz Umsatzrekorden fährt das Unternehmen weiterhin erhebliche Verluste ein, was die Zukunft der traditionsreichen Bahnen ungewiss bleiben lässt.



