Münchner U-Bahn-Chaos ab Mai: Riesige Baustelle an Poccistraße und Goetheplatz bis 2027
Münchner U-Bahn-Baustelle: Poccistraße und Goetheplatz gesperrt

Großbaustelle in München: U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz werden ab Mai saniert

Ab dem 18. Mai 2026 wird es für Münchner Pendler auf den U-Bahn-Linien U3 und U6 erheblich ungemütlich. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) startet eine umfassende Sanierung der in die Jahre gekommenen und maroden U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz. Die Arbeiten sind in drei Bauphasen unterteilt und sollen erst im August 2027 vollständig abgeschlossen sein. Sehr viele Fahrgäste müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen, darunter Ersatzbusse und längere Fahrzeiten.

Dringende Sanierung an der Poccistraße: Kein Aufschub mehr möglich

An der Poccistraße ist die Situation besonders kritisch. Jan Ebering, Leiter Verkehrsinfrastruktur der MVG, vergleicht die Lage mit dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden im September 2024. „Kein weiterer Aufschub mehr möglich“, betont er. Der Spannbeton der Bahnsteigdecke ist korrodiert, an den Spanndrähten haben sich Risse gebildet. Bereits jetzt sichern sieben massive Stahlträger das Gewölbe, weitere werden installiert. Parallel werden Brandschutzmaßnahmen verbessert, Schadstoffe entfernt und Betonsanierungen durchgeführt. Nach Abschluss der Arbeiten wird Sichtbeton das Erscheinungsbild des Bahnsteigs prägen.

Zusätzlich werden am südlichen Bahnhofsende drei Rolltreppen ausgetauscht, neue Sitze und Vitrinen installiert sowie die Barrierefreiheit optimiert. Die Rollstuhlrampen werden entfernt und der Bahnsteig um fünf Zentimeter angehoben, um einen stufenlosen Zugang zu gewährleisten.

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Goetheplatz: Betonsanierung und Taubenschutz im Fokus

Am Goetheplatz stehen Betonsanierung und Brandschutz im Zentrum der Maßnahmen. Mit Hochdruckwasserstrahlen werden zwischen fünf und zehn Zentimeter Beton abgetragen, ähnlich einem leistungsstarken Kärcher, wie Philip Schmidt von der MVG erklärt. Der Bahnsteig erhält eine neue Beleuchtung, während die charakteristischen grünen Fliesen an den Säulen erhalten bleiben. Um das Taubenproblem einzudämmen, werden neue Deckenelemente installiert, die Nistplätze verhindern sollen. Diese Deckenverkleidung integriert auch moderne Beleuchtungselemente.

Drei Bauphasen mit erheblichen Verkehrseinschränkungen

Die Sanierung erfolgt in drei Etappen, zwischen denen die U-Bahnen regulär verkehren. Die erste Phase startet am 18. Mai und endet am 18. September 2026, rechtzeitig vor dem Oktoberfest. In dieser Zeit fahren Ersatzbusse: Der Bus U6 bedient die Strecke zwischen Implerstraße und Sendlinger Tor über Poccistraße und Goetheplatz, während der Expressbus X6 direkt vom Implerstraße zum Hauptbahnhof verkehrt. Mit einem Takt von 90 Sekunden sollen 27 Busse und 60 Fahrer den Betrieb aufrechterhalten. Die U3 und U6 fahren auf den verbleibenden Abschnitten in reduziertem Takt, was besonders Pendler zum Klinikum Großhadern, Tierpark oder Fröttmaning stark beeinträchtigt.

Nach dem Oktoberfest beginnt am 5. Oktober 2026 die zweite Phase bis zum 27. November. Hier verkehrt ein Pendelzug zwischen Implerstraße und Goetheplatz, ergänzt durch die Ersatzbusse U6 und X6. Eine Winterpause folgt, bevor am 12. April 2027 die dritte und letzte Phase startet, die voraussichtlich bis zum 1. August dauert. In dieser Phase kommen wieder die gleichen Ersatzbusse wie in Phase 1 zum Einsatz. Die MVG plant eine klare Wegleitung und regelmäßige Updates zum Baufortschritt.

Kosten von 62 Millionen Euro und Finanzierung

Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 62 Millionen Euro. Der Münchner Stadtrat hat beschlossen, 23,5 Millionen Euro beizusteuern, wovon 9,3 Millionen Euro aus der Stellplatzablöse stammen – Gelder, die Bauherren zahlen, wenn sie bei Neubauten nicht genügend Parkplätze vorsehen. Diese Mittel fließen in den öffentlichen Nahverkehr. Den Rest der Kosten tragen die Stadtwerke und die MVG. Für die betroffenen Fahrgäste gibt es jedoch eine gute Nachricht: Nach Abschluss der Arbeiten sollen für mindestens fünf Jahre keine weiteren Bauarbeiten in diesem Bereich folgen, wie Jan Ebering versichert. Stattdessen werden künftige Baustellen schrittweise nach Norden verlagert.

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Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich durch parallele Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn an der Brücke über die Lindwurmstraße, die eine enge Abstimmung der Baufirmen erfordern. Geplante Fuß- und Radwegmaßnahmen der Stadt an der Lindwurmstraße werden voraussichtlich auf 2027 verschoben. Aktuelle Informationen zu Ersatzhaltestellen sind auf der MVG-Website verfügbar.