VC kündigt neue Streikwelle bei Lufthansa an – Festakt zum 100. Jubiläum überschattet
Neue Streikwelle bei Lufthansa – 100. Jubiläum überschattet

Erneute Streikwelle bei Lufthansa: VC kündigt Arbeitsniederlegungen an

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat eine neue Streikrunde bei der Deutschen Lufthansa AG, ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo sowie der Regionalairline CityLine angekündigt. Die Arbeitsniederlegungen sollen am Donnerstag und Freitag stattfinden und alle Flüge betreffen, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen starten. Ausgenommen bleiben lediglich Verbindungen in den Nahen Osten. Zusätzlich wird der Ferienflieger Eurowings am Donnerstag bestreikt.

Passagiere müssen sich auf massive Flugausfälle einstellen

Für Passagiere bedeutet dies erhebliche Einschränkungen und zahlreiche Flugausfälle. Bereits in der vergangenen Woche hatten Streiks der Piloten am Montag und Dienstag zu erheblichen Betriebsstörungen geführt. Allein am Dienstag musste die Lufthansa an ihren Drehkreuzen in Frankfurt und München mehr als 900 Starts und Landungen absagen. Die aktuelle Ankündigung lässt ähnlich umfangreiche Ausfälle erwarten.

VC kritisiert fehlende Bewegung der Arbeitgeber

Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, übt scharfe Kritik an der Haltung der Arbeitgeber: „Die Lage ist unverändert – es gibt keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber. Weder liegt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur betrieblichen Altersversorgung.“

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Gewerkschaft schlägt Schlichtungsverfahren vor

Trotz der angespannten Situation hat die VC der Arbeitgeberseite ein Schlichtungsverfahren vorgeschlagen. Ein solches Verfahren biete die Chance, die Tarifkonflikte durch einen unabhängigen Dritten zu lösen und eine weitere Eskalation zu vermeiden. Die Lufthansa zeigt sich grundsätzlich offen für diesen Weg. Ein Unternehmenssprecher erklärte: „Eine Schlichtung kann ein guter Weg aus diesem Konflikt sein, wenn sie gesamthaft alle Tarifthemen einbezieht, um eine nachhaltige Befriedung zu erreichen. Dafür sind wir offen.“

Festakt zum 100. Jubiläum der Lufthansa wird überschattet

Die anhaltenden Streikwellen überschatten auch den für diesen Mittwoch geplanten Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa. Zu der Veranstaltung im neuen Besucherzentrum des Unternehmens am Frankfurter Flughafen werden hochrangige Gäste erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU). Die Gewerkschaften planen parallel eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Verhärtete Fronten zwischen Tarifparteien

Die Fronten zwischen den Tarifparteien sind weiterhin verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft VC verbindliche Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jede Kostensteigerung bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Personalchef Michael Niggemann hatte bereits gewarnt, dass jeder Streik die betroffene Fluggesellschaft verkleinere.

Parallel laufende Streiks der Kabinengewerkschaft Ufo

Parallel zu den Auseinandersetzungen mit den Piloten streikt auch die Kabinengewerkschaft Ufo für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Für die Beschäftigten der Cityline fordert Ufo zudem einen Sozialplan. Die Situation bei Eurowings bleibt ebenfalls angespannt, da hier ebenfalls keine Einigung in der betrieblichen Altersversorgung erzielt werden konnte.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob das vorgeschlagene Schlichtungsverfahren eine Lösung bringen kann oder ob die Streikserie bei Deutschlands größter Fluggesellschaft weiter anhält und zu weiteren erheblichen Beeinträchtigungen für Passagiere führt.

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