Neue Supermärkte in Schwerin: Anwohner brauchen Geduld
Neue Supermärkte in Schwerin: Anwohner brauchen Geduld

Mehr Menschen, mehr Bedarf, doch die Einkaufsmöglichkeiten halten nicht Schritt. In Friedrichsthal und der Werdervorstadt rückt die Nahversorgung deshalb zunehmend in den Fokus der Stadtplanung. Nun beginnt die Beratung von zwei Bebauungsplänen in den Gremien der Stadtvertretung, die neue Supermärkte ermöglichen sollen.

Mehr Nahversorgung in Friedrichsthal und Werdervorstadt

Die Stadt Schwerin reagiert auf den starken Zuzug der vergangenen Jahre: In Friedrichsthal und der Werdervorstadt sollen neue Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Beide Stadtteile sind gewachsen, die bisherigen Angebote reichen aus Sicht der Verwaltung nicht mehr aus. In Friedrichsthal betrifft das den Standort in der Lärchenallee. Dort gibt es bislang nur einen Aldi. Der Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum Friedrichsthal“ sieht deshalb eine Neuordnung vor: Der bestehende Markt soll abgerissen und durch einen größeren Aldi sowie einen zusätzlichen Edeka ersetzt werden.

Beide Märkte sollen sich eine Stellplatzanlage teilen. Stadtplanerin Ferida Music erklärt dazu: „Da sich im Ortsteil keine anderen Flächen anbieten, muss der Aldi abgerissen werden und dann können dort zwei neue Märkte entstehen, die sich auch die Parkflächen teilen.“ Parallel zum Bebauungsplanverfahren arbeiten beide Unternehmen bereits an ihrer Hochbauplanung, um nach einem Beschluss zügig starten zu können.

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Ein Jahr ohne Supermarkt in Friedrichsthal

Für die Anwohner bedeutet das zunächst Einschränkungen. Während der Bauphase wird es voraussichtlich rund ein Jahr lang keine Einkaufsmöglichkeit direkt im Stadtteil geben. Der Baustart ist ab 2027 vorgesehen – vorausgesetzt, die Stadtvertretung stimmt den Plänen zu. Ob es während dieser Zeit einen temporären Ersatz geben wird, ist offen. Als Ausweichmöglichkeiten bleiben vorerst nur Märkte in umliegenden Stadtteilen.

Neuer Rewe-Markt für die Werdervorstadt

Auch in der Werdervorstadt wächst der Druck. Der Stadtteil verzeichnete in den vergangenen Jahren den größten Einwohnerzuwachs in Schwerin. Das Hanse-Center ist seit mehr als 25 Jahren das zentrale Nahversorgungszentrum – doch der Bedarf steigt. Geplant ist deshalb ein neuer Markt südlich der Möwenburgstraße. Auf der Fläche soll ein moderner Einkaufsmarkt entstehen, ergänzt durch Stellplätze und eine Grünanlage.

„Ein größerer Einkaufsmarkt ist auch der erklärte Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Das haben sie gegenüber der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung klar artikuliert“, sagt Stadtplanerin Ferida Music. Der bestehende Markt im Hanse-Center möchte sich bereits seit längerer Zeit vergrößern. Da es sich jedoch um eine Investoren-Immobilie handelt, konnte das bislang nicht umgesetzt werden.

Verfahren wird komplexer – Entscheidung offen

Ganz reibungslos verläuft das Projekt jedoch nicht. Bereits 2025 lag ein erster Entwurf öffentlich aus. Währenddessen wurden Einwände erhoben, unter anderem vom Betreiber des Hanse-Centers. Deshalb wird das Verfahren nun nicht mehr vereinfacht, sondern regulär durchgeführt. Das bedeutet zwar einen höheren Zeitaufwand, sorgt aber gleichzeitig für mehr Rechtssicherheit. Die Pläne sollen erneut öffentlich ausgelegt werden. Dann haben Anwohner und Beteiligte die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen einzureichen. Auch erste Bedenken, etwa zur Verkehrsführung, wurden bereits geäußert.

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