Fahrgäste der Linie U5 in Berlin können sich in den nächsten Wochen auf immer mehr nagelneue U-Bahn-Wagen freuen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben das neue Modell Baureihe J offiziell in den Fahrgastbetrieb aufgenommen. In den vergangenen Wochen waren die neuen, helleren und geräumigeren Wagen bereits vereinzelt im Testeinsatz zu sehen.
Zwei Baureihen für die Flottenverjüngung
Die Baureihe J ist die Schwesterbaureihe des Modells JK, das seit September vorwiegend auf der Linie U2 eingesetzt wird. Während auf den Linien U1 bis U4 kleinere Fahrzeuge des sogenannten Kleinprofils verkehren, sind für die Verjüngung der U-Bahn-Flotte zwei verschiedene Baureihen notwendig. Bei der Baureihe J handelt es sich um Großprofil-Fahrzeuge, die auf den Linien U5 bis U9 zum Einsatz kommen.
Erstmals seit 31 Jahren neue Großprofilwagen
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte, dass mit der Baureihe J zum ersten Mal seit 31 Jahren neue Großprofil-Fahrzeuge für Berlin eingeführt würden. „Wir müssen unsere Fahrzeugbestände weiter modernisieren und fit für die Zukunft machen“, sagte Wegner. BVG-Chef Henrik Falk ergänzte, dass die Verjüngung des Fuhrparks absolut entscheidend für die Zukunft des Nahverkehrs sei.
Auf den Betriebshöfen der BVG stehen bereits 36 Neuwagen der Baureihe J, die ab sofort eingesetzt werden sollen. Ein Zug besteht in der Regel aus sechs Wagen. Bis Jahresende soll die Flotte dieser Baureihe auf rund 170 Wagen anwachsen. „Weitere rund 170 Wagen sind bereits bestellt und werden im nächsten Jahr vom Hersteller Stadler geliefert“, teilte die BVG mit.
Mehr Platz und Sicherheit in den neuen Zügen
Die neuen Fahrzeuge wirken im Vergleich zu älteren Baureihen deutlich offener. Die Türbereiche sind großzügiger gestaltet, sodass Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen spürbar mehr Platz haben. „Im Inneren ist es hell, transparent und offen. Das trägt bei der Länge der Fahrzeuge auch zur Sicherheit bei, weil viel mehr gesehen werden kann, was sich in den Fahrzeugen ereignet“, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).
Indirekter Nutzen für die Linien U1 bis U4
Neben der U5 werden auch die Kleinprofil-Linien U1 bis U4 vom Start der neuen Baureihe profitieren. Auf der Linie U5 ersetzen die Neuwagen zunächst Fahrzeuge einer Kleinprofil-Reihe, die erst neun Jahre alt sind. Diese sollen nach einem kurzen Umbau auf den Linien U1 bis U4 die Flotte verjüngen. So wird der gesamte U-Bahn-Betrieb Schritt für Schritt modernisiert.



