Ostern 2026: Bahn erlebt Ticket-Ansturm wegen explodierender Spritpreise
Berlin – In diesem Jahr lassen viele Osterurlauber ihr Auto bewusst stehen. Die Benzinpreise sind infolge des Iran-Krieges und der aktuellen Öl-Krise explodiert. Statt zur Zapfsäule geht es für zahlreiche Reisende direkt zum Bahnhof. Die Folge: Die Deutsche Bahn verzeichnet einen regelrechten Ticket-Ansturm. In besonders gefragten Urlaubsregionen setzt das Unternehmen sogar Sonderzüge ein, um dem erhöhten Passagieraufkommen gerecht zu werden.
Bahnchefin bestätigt Buchungsboom
Bahnchefin Evelyn Palla äußerte sich gegenüber Medien positiv über die Entwicklung: „Über Ostern fährt Deutschland Bahn. Ich freue mich, dass mehr gebucht wird als erwartet – sicher auch wegen der hohen Spritpreise.“ Eine Bahnsprecherin bestätigte, dass die Buchungen im Fernverkehr an einzelnen Tagen im zweistelligen Prozentbereich über den Erwartungen liegen.
Besonders gefragte Strecken und Reisetipps
Besonders stark nachgefragt sind die Strecken Berlin–Köln, Berlin–München sowie Frankfurt–Köln. Wer Stress oder sogar Stehplätze vermeiden möchte, sollte geschickt planen. Palla rät: „Außerhalb der Stoßzeiten gibt es noch freie Plätze und günstige Tickets, zum Beispiel am Karsamstag oder Ostersonntag.“
Die Bahn-Prognose für die Feiertage sieht wie folgt aus:
- Gründonnerstag, Karfreitag und Ostermontag sind fast vollständig ausgebucht.
- Wer am Karsamstag, Ostersonntag oder spätabends reist, findet entspanntere Bedingungen vor.
Sonderzüge für beliebte Urlaubsziele
Ab diesem Wochenende setzt die Bahn zusätzliche Züge ein. Palla erklärte: „Es gibt zusätzliche Züge Richtung Sylt, Schwarzwald und bis zum Bodensee.“ Konkret bedeutet das:
- Für Sylt sind mehr IC-Züge im Einsatz, auch direkt aus Nordrhein-Westfalen.
- Zum Bodensee gibt es einen neuen Direkt-ICE von Köln bis Konstanz.
- Ab dem 2. April rollt der ÖBB-Railjet als Adria-Express von München direkt nach Rimini und Ancona.
Baustellenfrust bleibt bestehen
Doch die Feiertage bringen nicht nur volle Züge. Auch der Baustellenfrust bleibt für viele Reisende erhalten. Zwischen Leipzig und Halle, rund um Hannover sowie zwischen Frankfurt und Fulda wird gebaut. Besonders bitter für Reisende in Richtung Schweiz: Zwischen Baden-Baden und Freiburg heißt es „Bus statt Bahn“.
Hohe Spritpreise treiben Umstieg voran
Während sich viele Bahn-Reisende über Baustellen und volle Züge ärgern dürften, treffen Autofahrer die hohen Spritpreise besonders hart. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA zeigt, dass mehr als ein Drittel der Befragten ihre Osterurlaubsreise deshalb einschränkt.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wirbt aktiv für den Umstieg: „Für weite Teile unseres Landes kann ich nur empfehlen, auf das Deutschlandticket umzusteigen – gerade in der jetzigen Situation.“
ADAC gibt keine Entwarnung
Eine ADAC-Sprecherin gibt gegenüber Medien keine Entwarnung bezüglich der Benzinpreise: „Ob die Spritpreise zum Start des Osterreiseverkehrs erneut steigen, hängt vor allem vom Ölpreis ab.“ Dieser könne „in beide Richtungen ausschlagen“. Wann die vom Bundestag beschlossene Spritpreisbremse in Kraft tritt und ob sie das Tanken tatsächlich günstiger macht, bleibt vorerst unklar.
Die Kombination aus explodierenden Spritpreisen und dem erhöhten Bahnangebot führt zu einer spürbaren Verlagerung des Osterreiseverkehrs. Während Autofahrer mit hohen Kosten und möglichen Staus rechnen müssen, bietet die Bahn trotz Baustellen und voller Züge eine attraktive Alternative für viele Urlauber.



