Peene-Fähre Aalbude startet Saisonbetrieb - Letzte Fahrt für betagten Katamaran?
Die Fähre an der Aalbude nimmt am Freitag, den 27. März, den Pendelverkehr über die Peene nach Verchen wieder auf. Dies teilte die Mecklenburgisch-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) am Montag mit. Zwischen 10 und 20 Uhr verkehrt die Fähre täglich im 15-Minuten-Takt. Die kurze Querung über die Peene erspart Einheimischen und Touristen einen Umweg von etwa 23 Kilometern und gilt als wichtiger Baustein im regionalen Verkehrsnetz und Tourismus.
Betagter Katamaran bereitet oft Probleme
Eingesetzt wird erneut das bisherige Wasserfahrzeug, konstruiert 1997 von der Wieker Boote GmbH. Der Zustand des Katamarans bereitet dem Unternehmen jedoch weiter einige Sorgen. Wegen veralteter Technik sind häufig Reparaturen notwendig, die Wartungskosten hoch. So fiel der betagte Dieselmotor in der Vergangenheit bereits wiederholt aus.
„Aber die Fähre ist natürlich trotzdem noch sicher, sonst würden wir sie ja nicht einsetzen“, sagte MVVG-Geschäftsführer Torsten Grahn.
Sein Unternehmen bemüht sich, mit Hilfe von Leader-Fördermitteln eine neuwertige Solar-Fähre als Ersatz für das alte Fahrzeug anzuschaffen. „Noch haben wir aber keinen Zuwendungsbescheid. Somit können wir auch die Bestellung noch nicht auslösen“, erläuterte Grahn. Die neue Fähre müsse dann auch noch erst gebaut und zugelassen werden. Das werde frühestens zum Ende der diesjährigen Fährsaison sein, vielleicht aber auch erst nächstes Jahr.
Trotz hoher Dieselpreise bleiben Tarife wie im Vorjahr
Die derzeitige Fähre ist in der Lage, bis zu zehn Personen nebst Gepäck und Fahrrädern über die Peene zu befördern. Trotz der gestiegenen Diesel-Preise bleiben die Tarife so wie im vergangenen Jahr. Für eine Überfahrt werden 1,90 Euro fällig, Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen den ermäßigten Preis von 1,40 Euro. Das Kurzzeitticket für Hin- und Rückfahrt kostet 3,70 Euro, ermäßigt 2,60 Euro. Wie beim Linienbus erkennt die MVVG auch bei ihrem einzigen Wasserfahrzeug das Deutschlandticket und das Seniorenticket MV an.
Die Fähre sei bei den Kraftstoff-Preisen noch das geringste Problem für die MVVG. Die Kosten für die Busse bereiten dem Unternehmen da schon größeres Kopfzerbrechen. „Lange geht das nicht mehr gut“, sagt Grahn. Reicht das Geld für den Kraftstoff nicht mehr, müssten das Land und der Seenplatte-Landkreis höhere Zuschüsse zahlen. „Über die Tarife kriegen wir das nicht mehr ausgeglichen. Die meisten fahren ohnehin schon mit dem Deutschland-Ticket. Da kommt nicht mehr ein“, erklärt der MVVG-Chef.
Die Fährsaison soll bis Ende Oktober andauern, doch möglicherweise ist es für den alten Katamaran die letzte Saison. Die Pläne für eine umweltfreundlichere Solar-Fähre schreiten voran, doch die Finanzierung und Umsetzung bleiben ungewiss. Für Pendler und Ausflügler bleibt die Fähre Aalbude jedoch ein unverzichtbarer Teil der regionalen Infrastruktur.



