Massive Flugausfälle in München durch Pilotenstreik
Ein umfassender Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat am Montag und Dienstag zu erheblichen Einschränkungen am Münchner Flughafen geführt. Insgesamt wurden etwa 710 Starts und Landungen gestrichen, wie eine Sprecherin des Flughafens mitteilte. Die Arbeitsniederlegungen betreffen die Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo und die Regionaltochter Cityline.
Streikdauer und betroffene Fluggesellschaften
Der Streik begann am Montag kurz nach Mitternacht um 00.01 Uhr und soll insgesamt 48 Stunden andauern. Während bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline beide Tage betroffen sind, wirkt sich der Ausstand beim Ferienflieger Eurowings nur auf den Montag aus. Hier sind alle Abflüge von deutschen Flughäfen gestrichen worden. Eurowings gab jedoch auf seiner Internetseite bekannt, dass man davon ausgehe, einen großen Teil des Flugprogramms durchführen zu können.
Informationen für betroffene Passagiere
Passagiere der betroffenen Fluggesellschaften wurden aufgefordert, den Status ihres Fluges online zu prüfen und ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren. Sowohl die Lufthansa als auch der Münchner Flughafen haben entsprechende Hinweise auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Reisende müssen mit erheblichen Umplanungen rechnen und sollten sich frühzeitig über alternative Möglichkeiten informieren.
Hintergründe des Tarifkonflikts
Es handelt sich bereits um die vierte Streikwelle bei der Lufthansa in jüngster Zeit. Erst kürzlich hatte ein Streik des Kabinenpersonals zu Flugausfällen bei Deutschlands größter Airline geführt. Die aktuellen Arbeitsniederlegungen sind auf anhaltende Tarifkonflikte zurückzuführen. Im Zentrum stehen dabei:
- Die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo
- Die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline
- Ein als inakzeptabel bewertetes Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge bei Eurowings
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit fordert unter anderem eine Verdopplung der betrieblichen Altersvorsorge, die nach Angaben der Gewerkschaft ohnehin bereits überdurchschnittlich und exzellent sei.
Reaktion der Lufthansa
Die Lufthansa reagierte mit Unverständnis auf den Streikaufruf. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit als "eine völlig neue Stufe der Eskalation". Die Kernforderung nach Verdopplung der betrieblichen Altersvorsorge sei absurd und unerfüllbar. Das Unternehmen betonte, dass die bisherige Altersvorsorge bereits überdurchschnittlich ausgestaltet sei und eine weitere Erhöhung wirtschaftlich nicht tragbar wäre.
Die Situation am Münchner Flughafen bleibt angespannt, während sich die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen weiterhin festgefahren zeigen. Passagiere müssen sich auf weitere Beeinträchtigungen einstellen, bis eine Einigung erzielt wird.



