Schwerin fordert konkreten Termin: Bahn verzögert Berlin-Hamburg-Sanierung erneut
Die Landeshauptstadt Schwerin reagiert mit deutlichen Worten auf die jüngste Ankündigung der Deutschen Bahn. Die umfangreiche Generalsanierung der wichtigen Fernstrecke zwischen Berlin und Hamburg verzögert sich auf vorerst unbestimmte Zeit. Als Grund nennt die Bahn das anhaltende Winterwetter mit erheblich mehr Frosttagen als üblich im Norden und Osten Deutschlands.
Oberbürgermeister kritisiert Hinhaltetaktik der Bahn
Schwerins amtierender Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) fordert die Deutsche Bahn auf, endlich einen konkreten Fertigstellungstermin für die Baumaßnahme zu nennen. „Die Hinhaltetaktik ist inakzeptabel“, stellt Nottebaum fest. „Von den Verzögerungen sind allein 1456 Schwerinerinnen und Schweriner betroffen, die nun schon seit sieben Monaten unter dem Schienenersatzverkehr infolge der Streckensanierung leiden müssen.“
Der kommissarische Rathauschef sieht ein wiederkehrendes Muster: „Verschlechterungen werden nur scheibchenweise eingeräumt und dann als unumstößlich dargestellt.“ Dies habe man bereits beim Wegfall der frühen ICE-Verbindung nach Hamburg beobachten können. Für Nottebaum scheint die Deutsche Bahn aufgegeben zu haben, ihren Kunden eine „auch nur halbwegs attraktive Alternative“ zum privaten Pkw bieten zu wollen.
Wiederinbetriebnahme zum 30. April nicht mehr möglich
Die Deutsche Bahn hatte am 16. Februar 2026 angekündigt, dass die DB InfraGO die Strecke zwischen Berlin und Hamburg nicht wie geplant zum 30. April wieder in Betrieb nehmen kann. Die winterliche Witterung mit Bodenfrost über sechs Wochen hinweg sei Schuld an der Verzögerung bei der Generalsanierung.
Gemeinsam mit Baupartnern will die DB InfraGO bis zum 13. März ein Konzept für die Inbetriebnahme vorlegen. Für Schwerin ist dies nach der Streichung einer frühen ICE-Verbindung der zweite Schlag ins Gesicht innerhalb kurzer Zeit.
Bernd Nottebaum führt als 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters die Amtsgeschäfte bis zum Antritt eines Nachfolgers von Rico Badenschier. Der SPD-Mann Badenschier war im September 2025 überraschend auf eigenen Wunsch zurückgetreten. Das Rathaus in Schwerin bleibt in der Sache hart: Ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme des regulären Zugverkehrs muss her.



