Österreichs Polizei beendet E-Auto-Test: Elektro-Streifenwagen für Verfolgungsjagden ungeeignet
Österreich beendet Polizei-E-Auto-Test: Zu langsam für Verfolgungen

Österreichs Polizei stellt Elektro-Streifenwagen-Test ein: Zu langsam für Verfolgungsjagden

Seit dem Jahr 2023 testete Österreich im Rahmen des Pilotprojekts TRON Elektroautos als mögliche Polizei-Einsatzfahrzeuge. Das ambitionierte Vorhaben sollte die Praxistauglichkeit von E-Fahrzeugen im polizeilichen Alltag überprüfen. Nun zieht Innenminister Gerhard Karner von der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) jedoch einen klaren Schlussstrich: Das Projekt wird Ende 2026 eingestellt, da Elektrofahrzeuge für den operativen Einsatz nur eingeschränkt geeignet seien.

Testphase mit 22 Elektro-Streifenwagen

Im Jahr 2024 wurden die geleasten Elektro-Streifenwagen auf insgesamt 20 Polizeidienststellen in ganz Österreich verteilt. Zum Einsatz kamen dabei 22 Modelle der Typen Volkswagen ID.3 und ID.4, die im regulären Streifendienst verwendet wurden. Zusätzlich wurde für die Dauer eines Jahres auch ein Porsche Taycan als Hochleistungsfahrzeug erprobt, um verschiedene Einsatzszenarien abzudecken.

Die ernüchternde Bilanz nach rund einem Jahr Testbetrieb fiel jedoch deutlich negativer aus als erhofft. Die Polizeigewerkschaft FSG übte massive Kritik an den elektrischen Einsatzfahrzeugen und nannte konkrete praktische Probleme.

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Praktische Probleme im Einsatzalltag

Die größten Schwachstellen der Elektro-Streifenwagen:

  • Die Ausrüstung der Polizei findet im Kofferraum des VW ID.4 nicht ausreichend Platz, weshalb Einsatzmittel teilweise auf der Rückbank gelagert werden müssen.
  • Die Touchbedienung im Fahrzeug bereitet den Beamten im Einsatz erhebliche Probleme und erschwert die Bedienung während der Fahrt.
  • Für Verfolgungsjagden sind die Modelle kaum geeignet, da sie bereits bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h automatisch abregeln.
  • Die Bremsen der Elektrofahrzeuge sind für rasante Fahrten unterdimensioniert und entsprechen nicht den Anforderungen polizeilicher Verfolgungen.

Reichweite als Hauptproblem

Das zentrale Problem stellt jedoch die unzureichende Reichweite der Elektrofahrzeuge dar. Für eine durchgehende Streifentätigkeit während einer kompletten Schicht muss das Einsatzfahrzeug mit einem anderen E-Mobil getauscht werden, was den Betriebsablauf erheblich stört. Die E-Funkstreifenwagen eignen sich laut Polizeiangaben lediglich als zusätzliche Streifenkraftwagen, können aber den Verbrenner aufgrund der Batterieleistung nicht ersetzen.

Minister zieht Konsequenzen

Innenminister Gerhard Karner zog daraus klare Schlussfolgerungen: „Das Projekt TRON zeigt, dass die E-Mobilität den Verbrenner bislang nicht in allen Bereichen vollwertig ersetzen kann.“ Positiv bewertet werde aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des eigentlichen polizeilichen Einsatzgeschehens.

Trotz der negativen Erfahrungen blickt Österreich dennoch optimistisch in die Zukunft der Elektromobilität bei Sicherheitsbehörden. Man wolle den Markt weiterhin aufmerksam beobachten, da sich die Technik rasant weiterentwickle. Bis dahin müssen sich die Polizeikräfte in der Alpenrepublik jedoch weiterhin auf konventionelle Benziner oder Diesel-Fahrzeuge verlassen.

Das Ende des TRON-Projekts markiert einen wichtigen Meilenstein in der Diskussion um die Eignung von Elektrofahrzeugen für spezielle Einsatzbereiche. Während die Technologie im zivilen Bereich zunehmend Akzeptanz findet, zeigen die österreichischen Erfahrungen, dass für Hochleistungsanforderungen wie polizeiliche Verfolgungsjagden noch erhebliche Entwicklungsarbeit notwendig ist.

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