Tankpreise explodieren in Templin: Rentner verschenkt Ostergutscheine aus Frust
Tankpreisexplosion: Rentner verschenkt Ostergutscheine (28.03.2026)

Tankpreisexplosion in der Uckermark: Frust an der Zapfsäule

Die Spritpreise in Templin haben ein neues, alarmierendes Niveau erreicht. Am Montagvormittag des 23. März zeigten die Tanksäulen für Diesel bis zu 2,399 Euro pro Liter an. Diese dramatische Entwicklung trifft Pendler, Berufskraftfahrer und Unternehmen gleichermaßen hart und löst eine Welle der Verärgerung aus.

Berufskraftfahrer kämpfen mit existenziellen Sorgen

Thomas Neubauer, Berufskraftfahrer einer großen Spedition, musste für 350 Liter Diesel über 700 Euro bezahlen. „Wenn ich das selbst bezahlen würde, würde ich eingehen“, erklärt er fassungslos. Seine Firma habe keine Alternative, da sie ihr Geld auf der Straße verdiene. Letztlich würden die Kosten an die Kunden weitergegeben, was beispielsweise den Spargelpreis in die Höhe treibe. „Der kleine Mann zahlt die Zeche“, ärgert sich Neubauer und fordert politisches Handeln: „Die Preise werden uns auffressen, wenn die Politik keine Einsicht zeigt und die Steuern senkt.“

Pendler ohne Ausweichmöglichkeiten

Marco Kruschke aus Templin, der täglich 35 Kilometer nach Prenzlau pendelt, tankte Super für 2,19 Euro pro Liter. Homeoffice sei im Handel nicht möglich, daher bleibe ihm nur, „in den sauren Apfel zu beißen“. Zwar komme er noch zurecht, aber der finanzielle Druck wachse stetig. Auch er wünscht sich eine Senkung der Kraftstoffsteuern durch die Politik.

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Rentner reagiert mit ungewöhnlicher Ostergeste

Aus Frust über die explodierenden Kosten hat Rentner Wolle aus Templin eine besondere Idee entwickelt: Zu Ostern verschenkt er Tankgutscheine an seine Lieben. „Ich selbst fahre nur noch das Nötigste mit dem Auto“, berichtet er. Eigentlich hatte er geplant, im Ruhestand vermehrt zu verreisen, doch davon sieht er aktuell ab. Nicht nur die Benzinpreise, sondern auch die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel belasten sein Budget. „1500 Euro für eine Woche Ostsee, da vergeht mir die Lust“, so Wolle. Beim Einkaufen versuche er, auf Angebote zurückzugreifen, doch das werde immer schwieriger.

Tankstellenmitarbeiter beobachten deutlichen Rückgang

René Ebling, Mitarbeiter einer Tankstelle in der Zehdenicker Straße in Templin, bestätigt den Trend: „Es kommen nur noch Leute tanken, die wirklich fahren müssen.“ Der Verkehr an der Tankstelle habe spürbar nachgelassen. Die Frustration der Kunden halte sich zwar in Grenzen, doch gelegentlich gebe es gereizte Reaktionen. Die Suche nach günstigen Zeitpunkten zum Tanken gleiche mittlerweile einer Lotterie, so Ebling.

Die Situation in Templin spiegelt eine bundesweite Entwicklung wider, bei der die steigenden Spritpreise den Alltag vieler Menschen erheblich belasten. Während die Politik nach Lösungen sucht, zeigen Initiativen wie die des Rentners Wolle, wie kreativ Einzelne auf die Krise reagieren.

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