Tödliche Prügelattacke auf Schaffner löst Sicherheitsdebatte aus
Der tragische Tod des Schaffners Serkan Çalar (36) nach einer brutalen Prügelattacke Anfang Februar in Rheinland-Pfalz hat eine bundesweite Debatte über den Schutz von Bahnpersonal entfacht. Zwei Tage nach dem Angriff während einer Ticketkontrolle erlag der 36-Jährige seinen schweren Verletzungen. Dieses schockierende Ereignis hat nun zu einem Sicherheitsgipfel in Berlin geführt, bei dem Verkehrsminister, die Bahnchefin, Verbände und Gewerkschaften über dringende Maßnahmen beraten.
Gewerkschaft fordert Doppelbesetzung und Bodycams
Vor dem Gipfel meldete sich Martin Burkert, der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit klaren Forderungen zu Wort. Im ARD-„Morgenmagazin“ betonte er, dass die Sicherheit der Beschäftigten nicht verhandelbar sei. Seine zentrale Forderung: Eine Doppelbesetzung im Nahverkehr, um Angriffe wie den auf Çalar künftig zu verhindern. Zudem müssten Bodycams im Fernverkehr endlich flächendeckend eingesetzt werden, um Gewalttaten besser dokumentieren und abschrecken zu können.
Burkert kritisierte scharf das sogenannte „Verantwortungs-Pingpong“ zwischen Bund und Ländern. Der Bund verweise auf die Länder, die für die Personalbestellung zuständig seien, während die Länder vom Bund mehr Geld für Sicherheitsmaßnahmen forderten. Dieses Hin und Her müsse ein Ende haben, um effektiven Schutz zu gewährleisten.
Polizei unterstützt Forderungen nach mehr Präsenz
Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich in die Debatte eingeschaltet. Andreas Roßkopf, GdP-Chef für die Bundespolizei, forderte in der „Rheinischen Post“ mehr Streifen in den Waggons und an Bahnhöfen. Er ist überzeugt, dass eine erhöhte Polizeipräsenz im Bahnverkehr ein anderes Sicherheitsbild schaffe und potenzielle Täter abschrecke. Roßkopf unterstützt ausdrücklich die Forderung nach einer Doppelbesetzung bei Fahrkartenkontrollen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen.
Der tödliche Angriff auf Serkan Çalar hat die Bahn veranlasst, Bundesregierung, Bundespolizei und Länder zu einem Sicherheitsgipfel einzuladen. Dieser soll konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes für Bahnpersonal erarbeiten. Die Diskussionen konzentrieren sich dabei nicht nur auf technische Lösungen wie Bodycams, sondern vor allem auf personelle Aufstockungen und klare Verantwortlichkeiten zwischen den staatlichen Ebenen.
Die Forderungen der Gewerkschaften und der Polizei unterstreichen die Dringlichkeit des Themas. Während die Bahn bereits erste Schritte einleitet, bleibt abzuwarten, welche konkreten Beschlüsse der Sicherheitsgipfel hervorbringen wird. Die Tragödie um Serkan Çalar hat jedenfalls deutlich gemacht, dass der Schutz der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr höchste Priorität haben muss.



