Radrundweg um Tollensesee: Sanierung der gefährlichen Zippelow-Passage scheitert an Kostenexplosion
Die Ortsdurchfahrt Zippelow stellt für Nutzer des beliebten Tollensesee-Radrundwegs eine erhebliche Herausforderung dar. Die steile Abfahrt mit einem Gefälle von 12 Prozent ist nicht nur schmal, sondern auch gefährlich. Die Ränder des Asphaltbandes sind unterspült und weisen tiefe Rillen auf, was ein Ausweichen auf den zerfurchten Randstreifen fast unmöglich macht.
Hohe Sturzgefahr zwingt Radfahrer zum Absteigen
Besonders an Feiertagen wie Ostern und Himmelfahrt ist der insgesamt 40 Kilometer lange Rundweg hochfrequentiert. Doch auf dem knapp einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Zippelow und Prillwitz heißt es regelmäßig: Radfahrer, absteigen! Die Sturzgefahr ist zu groß, wie Bürgermeister Peter Strobl betont: „Wer hier einem Auto ausweichen will, hat schlechte Karten.“
Die Gemeinde Hohenzieritz pumpt seit Jahren alle zwei Jahre einen fünfstelligen Betrag in Ausbesserungsarbeiten, doch eine dauerhafte Lösung blieb bisher aus. Die grundhafte Erneuerung des Straßenabschnitts war bereits beschlossen und schien in greifbarer Nähe.
Kostenexplosion stoppt ambitionierte Pläne
Im Frühjahr vergangenen Jahres war Bürgermeister Strobl noch zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im Herbst beginnen könnten. Die Planungen sahen Kosten von 830.000 Euro vor, wovon 65 Prozent durch Fördermittel für wichtige Landesradwege abgedeckt werden sollten. Die Gemeinde wollte den Rest übernehmen.
Doch vor drei Monaten kam die große Ernüchterung: Die eingereichten Angebote der Baufirmen lagen bei 2,4 Millionen Euro – fast das Dreifache der geplanten Summe. „Ende vergangenen Jahres war klar: Unsere Mittel reichen nicht aus. Das können wir nicht leisten“, erklärt Strobl die schwierige Entscheidung.
Günstigere Alternative soll „Dauerkatastrophe“ beenden
Die Gemeinde hat sich daher von der grundhaften Erneuerung verabschiedet und verzichtet auf die Fördermittel. Stattdessen wird nun eine kostengünstigere Lösung verfolgt: „Wir drehen uns seit Jahren im Kreis. Nun machen wir es eine Nummer kleiner“, so der Bürgermeister.
Da der Unterbau mit Kopfsteinpflaster stabil ist, plant die Gemeinde nun, eine neue Deckschicht aufzubringen und die problematischen Randstreifen gleich mit abzudecken. Diese Lösung soll deutlich günstiger sein und den Aufwand in Grenzen halten. Strobl zeigt sich optimistisch: „Wir wollen in diesem Jahr, spätestens im nächsten Jahr loslegen und die Dauerkatastrophe endlich beenden.“
Für die Radfahrer bedeutet dies jedoch weiterhin Geduld: Die gefährliche Passage bleibt vorerst eine Herausforderung, bis die günstigere Sanierungslösung umgesetzt werden kann.



