TÜV-Verband fordert Null-Promille-Grenze für alle Verkehrsteilnehmer
Der TÜV-Verband hat einen dringenden Appell an die Politik gerichtet und fordert ein absolutes Alkoholverbot sowie eine Null-Toleranz-Politik für Drogenkonsum im Straßenverkehr. Diese Maßnahmen sollen für alle Verkehrsteilnehmenden gelten – inklusive Rad- und Pedelec-Fahrende. Der Verband betont, dass diese Schritte unerlässlich sind, um die Vision Zero, einen Straßenverkehr ohne Todesopfer, in Deutschland zu erreichen.
Alarmierende Zahlen: 2.814 Verkehrstote im Jahr 2025
Die Forderungen des TÜV-Verbands werden durch besorgniserregende Statistiken untermauert. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Verkehrstoten um zwei Prozent auf 2.814 Personen an. Gleichzeitig blieb die Zahl der Verletzten mit etwa 366.000 nahezu unverändert. Fani Zaneta, Referentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, erklärte auf der Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz: „Deutschlands Fortschritte bei der Verkehrssicherheit sind in den vergangenen zehn Jahren nahezu zum Stillstand gekommen.“
Politischer Neustart und umfassende Maßnahmen gefordert
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 im Vergleich zu 2021 um 40 Prozent zu senken. Dieses Ziel erscheint jedoch in weiter Ferne. „Ein politischer Neustart ist notwendig“, sagt Zaneta. Der Gesetzgeber sollte die Vision Zero als verbindliches Leitprinzip ins Straßenverkehrsgesetz aufnehmen, damit Politik und Gerichte die Verkehrssicherheit zum zentralen Maßstab machen können.
Der TÜV-Verband betont, dass einzelne Maßnahmen nicht ausreichen werden. Stattdessen fordert der Verband ein umfassendes Bündel an Maßnahmen:
- Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur durch fehlerverzeihende Gestaltung
- Stärkung der technischen Sicherheit von Fahrzeugen
- Förderung der Fahrkompetenzen und Technikkompetenz im Umgang mit Assistenzsystemen
- Anpassung verkehrsrechtlicher Vorgaben wie Tempolimits
- Effektive Ahndung von Verkehrsverstößen durch erhöhte Polizeikontrollen
- Weiterentwicklung der Hauptuntersuchung und Stärkung der MPU als Präventionsinstrument
- Zielgerichteter Einsatz von Verkehrsdaten zur Steuerung des Verkehrsverhaltens
Langfristige Strategie für mehr Sicherheit
Die Empfehlungen des TÜV-Verbands sehen vor, dass Verkehrsteilnehmende lebenslang lernen sollten, um mit den sich ständig verändernden Anforderungen im Straßenverkehr Schritt halten zu können. Auf Landstraßen soll der Safe System Approach angewendet werden, der darauf abzielt, das Verkehrssystem so zu gestalten, dass menschliche Fehler nicht zu schweren Unfällen führen. Zudem sollen Geschwindigkeiten gezielt reguliert werden, um das Unfallrisiko zu minimieren.
Der Verband betont, dass nur durch ein konsequentes und koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Akteure die Verkehrssicherheit in Deutschland nachhaltig verbessert werden kann. Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass der bisherige Ansatz nicht ausreicht, um die ambitionierten Ziele der Bundesregierung zu erreichen.



