Münchner U-Bahnhof Poccistraße: Achtmonatige Sperrung bis 2027 - alle Details für Pendler
U-Bahnhof Poccistraße: Achtmonatige Sperrung bis 2027

U-Bahnhof Poccistraße: Achtmonatige Sperrung bis 2027 - alle Details für Pendler

Für tausende Pendler in München steht eine langwierige Beeinträchtigung bevor: Der U-Bahnhof Poccistraße, eine zentrale Umsteigestation der Linien U3 und U6, wird bis August 2027 in drei Bauphasen saniert. Insgesamt acht Monate lang wird die Haltestelle während dieser umfangreichen Arbeiten gesperrt sein, was erhebliche Auswirkungen auf den täglichen Verkehrsfluss haben wird.

Detaillierter Zeitplan der Bauphasen

Die Sanierungsarbeiten gliedern sich in drei klar definierte Bauabschnitte, die sorgfältig auf das Münchner Veranstaltungskalender abgestimmt sind:

  • Erste Bauphase: Vom 18. Mai bis 18. September 2026 erfolgt eine vollständige Sperrung des gesamten Bahnhofs. In diesem Zeitraum wird es weder Halt noch Durchfahrt für Züge des Linienverkehrs geben. Die Arbeiten müssen exakt am 19. September abgeschlossen sein, da an diesem Tag das Oktoberfest auf der nahegelegenen Theresienwiese beginnt und die Haltestelle dringend benötigt wird.
  • Zweite Bauphase: Vom 5. Oktober bis 27. November 2026 wird die Sanierung fortgesetzt. In dieser Phase ist ein eingleisiger Fahrbetrieb mit Fahrgastwechsel an der Haltestelle Poccistraße geplant, was die Beeinträchtigungen etwas reduziert.
  • Dritte Bauphase: Ab dem 12. April 2027 bis zum 1. August 2027 wird der U-Bahnhof erneut vollständig gesperrt. Auch in diesem letzten Abschnitt wird es keine Zugdurchfahrten geben.

Zwischen November 2026 und April 2027 bleibt die Haltestelle für den normalen U-Bahnbetrieb vorübergehend geöffnet, bevor die abschließenden Arbeiten beginnen.

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Umfangreicher Schienenersatzverkehr eingerichtet

Während der beiden Bauphasen mit Vollsperrung wird ein umfassender Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet, um die Mobilität der Pendler sicherzustellen:

  1. Zwischen den Haltestellen Implerstraße-Poccistraße-Goetheplatz und Sendlinger Tor soll alle zwei Minuten ein Bus verkehren.
  2. Erstmals wird nicht nur die eigentliche U-Bahnstrecke abgedeckt: Von der Implerstraße aus soll alle fünf Minuten ein SEV-Bus bis zum Hauptbahnhof fahren.

Dringende Sanierung nach fast fünf Jahrzehnten

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten sind nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dringend notwendig und bereits seit Jahren überfällig. Der U-Bahnhof Poccistraße existiert seit 1978, und in den fast fünf Jahrzehnten hat der damals verwendete Stahl erheblichen Rost angesetzt.

Bereits vor zehn Jahren wurden an der Tragwerkskonstruktion der Deckengewölbe erhebliche Mängel entdeckt, die im Dezember 2016 nur provisorisch gesichert wurden. Neben der Standsicherheit spielt auch der Brandschutz eine zentrale Rolle bei den aktuellen Arbeiten. Geplant ist unter anderem die Installation einer leistungsstarken maschinellen Entrauchungsanlage, die über einen separaten, neun Meter hohen Abluftturm mit Entrauchungsturbine betrieben werden soll.

Finanzierung durch innovative Mittel

Die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf etwa 23,5 Millionen Euro. Bei der Stadtratssitzung am 25. März 2026 wurde beschlossen, dass Teile dieser Kosten – konkret 9,3 Millionen Euro – aus der sogenannten Stellplatzablöse finanziert werden sollen.

Bei der Stellplatzablöse handelt es sich um Zahlungen, die Bauherren an die Stadt München leisten müssen, wenn sie bei Neubauten nicht ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen können. Die konkreten Beträge werden durch die Stadt festgesetzt und liegen je nach Zone zwischen 7.500 und 12.500 Euro pro Stellplatz. Diese Mittel fließen traditionell in den Ausbau von Parkhäusern und – wie nun im Fall der Haltestelle Poccistraße – in den öffentlichen Personennahverkehr.

Die sorgfältige Planung der Bauphasen berücksichtigt besonders belebte Zeiten: Während des Oktoberfests und in den kalten Herbst- und Wintermonaten greifen deutlich mehr Menschen auf die U-Bahn zurück, weshalb die Arbeiten entsprechend unterbrochen werden.

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