VBB reduziert Zugverbindung zum Flughafen BER vorübergehend
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat eine temporäre Maßnahme angekündigt, die den Regionalverkehr zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER) betrifft. Ab sofort wird eine von fünf stündlichen Verbindungen zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Flughafen in Schönefeld gestrichen. Diese Entscheidung fällt aufgrund anhaltender Verspätungsprobleme im Berliner Knoten, insbesondere im Nord-Süd-Tunnel.
Gründe für die Streichung der Verbindung
Laut VBB sind die zahlreichen Verspätungen im Knoten Berlin der Hauptgrund für diese vorübergehende Reduzierung. Die zuständige Bahn-Tochter DB InfraGo hat festgestellt, dass derzeit zu viele Züge im Nord-Süd-Tunnel unterwegs sind, was zu Staus und Unpünktlichkeiten führt. „In diesem Kontext unterstützen die Länder Berlin und Brandenburg kurzfristig und zeitlich begrenzt eine Angebotsanpassung und Reduktion der bestellten Kapazitäten im Verkehr von und zum Flughafen BER“, teilte der VBB mit.
Konkret betrifft diese Maßnahme die Linie RE20, die bisher stets zur vollen Stunde zwischen dem BER und dem Hauptbahnhof verkehrte. Diese Verbindung entfällt nun vorübergehend. Der Flughafenexpress (FEX) bleibt weiterhin viermal pro Stunde in Betrieb, allerdings mit angepassten Abfahrtszeiten. Die FEX-Züge fahren nun an den Minuten 0, 22, 37 und 52 ab, statt wie zuvor an den Minuten 7, 22, 37 und 52.
Zeitlicher Rahmen und Hintergründe
Die Streichung der RE20-Verbindung soll bis zum 30. April dieses Jahres andauern. Ursprünglich war dieses Datum für den Abschluss der laufenden Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin vorgesehen. Allerdings hat die Bahn vor kurzem angekündigt, dass dieser Termin aufgrund widriger Witterungsbedingungen nicht eingehalten werden kann. Trotzdem hält der VBB an diesem Datum als vorläufiges Ende der Maßnahme fest.
Der Verkehrsverbund weist darauf hin, dass seine Beurteilung der Pünktlichkeit im südlichen Berliner Knoten zu anderen Ergebnissen und Problemstellungen führt als die der InfraGo. „Es ist bereits jetzt erkennbar, dass für eine Erhöhung der Pünktlichkeit im Nord-Süd-Tunnel die dortige Infrastruktur mittel- und langfristig noch einmal an das lange geplante und bekannte Angebotskonzept angepasst werden muss“, heißt es in der Mitteilung. Die aktuelle Reduzierung des Regionalverkehrs wird ausdrücklich als nur temporäre Lösung betont.
Kontext der Dresdner Bahn
Seit Mitte Dezember fahren die Regionalzüge von und zum BER über die neu in Betrieb genommene Dresdner Bahn. Diese Strecke führt vom Hauptbahnhof durch den Berliner Nord-Süd-Tunnel über das Südkreuz zum Flughafen. Die 16 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Südkreuz und Blankenfelde war zum Fahrplanwechsel in Betrieb gegangen und stellt die größte Inbetriebnahme in der Region seit vielen Jahren dar.
Trotz dieser neuen Infrastruktur kommt es weiterhin zu Verkehrsstaus und Verspätungen, was die aktuelle Maßnahme des VBB notwendig macht. Die vorübergehende Streichung der RE20-Verbindung soll dazu beitragen, die Pünktlichkeit im Berliner Nahverkehr zu verbessern, bis langfristige Anpassungen der Infrastruktur umgesetzt werden können.



