In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1992 gesunken. Laut dem Innenministerium in Magdeburg kamen 101 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, zehn weniger als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Unfälle ging leicht um 0,5 Prozent auf rund 70.700 zurück. Dabei wurden fast 10.400 Menschen verletzt, gut 400 mehr als 2024.
Häufigste Unfallursache: Wild auf der Fahrbahn
Seit zehn Jahren ist „Wild auf der Fahrbahn“ die häufigste Unfallursache. Jeder fünfte Verkehrsunfall geht darauf zurück, jedoch kam 2025 kein Mensch dabei ums Leben. Weitere Hauptursachen sind Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, zu geringer Abstand sowie überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Polizei stellte zudem fest, dass zehn der Getöteten keinen Sicherheitsgurt trugen.
Senioren besonders betroffen
Personen ab 75 Jahren machen 14 Prozent der Bevölkerung aus, aber jeder dritte Verkehrstote gehört dieser Altersgruppe an. Insgesamt starben 33 Senioren, sechs mehr als im Vorjahr. Die meisten verunglückten bei Autounfällen, als Fußgänger oder bei Fahrrad- und Pedelec-Unfällen. Senioren waren an fast 7.800 Unfällen beteiligt (plus drei Prozent), die Zahl der verunglückten Senioren stieg um 16 Prozent auf knapp 900. Meist waren sie die Unfallverursacher.
Starker Anstieg bei Pedelec- und E-Scooter-Unfällen
Die Zahl der Pedelec-Unfälle stieg um 42 Prozent auf 490. Dabei wurden 409 Menschen verletzt oder getötet, 123 mehr als 2024. Vier Menschen starben, darunter zwei Senioren. Über die Hälfte der verunglückten Pedelec-Fahrer trug keinen Helm, auch die Getöteten nicht. Bei E-Scootern stieg die Unfallzahl um 97 auf 332, mit 250 Verletzten und zwei Toten. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) warnte: „Pedelecs und E-Scooter nehmen zu und bringen neue Risiken durch ihre Geschwindigkeit. Viele unterschätzen das.“ Die Landespolizei setze auf gezielte Kontrollen.
Fahrradunfälle leicht rückläufig
Die Zahl der Fahrradunfälle sank leicht auf rund 2.630, die der Verletzten ebenfalls. Acht Radfahrer starben, fünf weniger als 2024 – vier von ihnen waren Senioren. Alle zwölf Getöteten auf Fahrrädern und Pedelecs trugen keinen Helm. Hauptursachen waren falsche Straßenbenutzung und Verkehrstüchtigkeitsmängel.
Mehr getötete Fußgänger
Fußgänger waren an gut 900 Unfällen beteiligt, ähnlich wie 2024. Fast 700 Menschen verunglückten (plus fünf Prozent), 15 wurden getötet – acht mehr als im Vorjahr, das jedoch außergewöhnlich niedrig war. Unachtsames Betreten der Straße und Rotlichtverstöße waren häufige Ursachen.
Weniger Tote auf Autobahnen und bei Lkw-Unfällen
Die Zahl der Autobahnunfälle blieb mit rund 4.600 stabil, aber die Todesopfer sanken von 30 auf acht, besonders auf der A2 und A14. Die Zahl der Verletzten stieg leicht. Bei Lkw-Unfällen, die an 16 Prozent aller Unfälle beteiligt waren, stieg die Zahl der Schwerverletzten von 69 auf 85, während die Zahl der Getöteten um 46 Prozent auf 22 zurückging.



