Vier-Tage-Warnstreik legt Nahverkehr in Sachsen-Anhalt lahm
Der öffentliche Personennahverkehr in Sachsen-Anhalt steht vor einem vier Tage andauernden Stillstand. Die Gewerkschaft Verdi hat für den Zeitraum vom 19. bis 22. März zu einem umfassenden Warnstreik bei Verkehrsbetrieben in Magdeburg, Halle, Dessau und dem Burgenlandkreis aufgerufen. Laut Gewerkschaftsangaben wird der kommunale Nahverkehr in dieser Phase weitgehend zum Erliegen kommen, was tausende Pendler und Reisende betreffen wird.
Eskalation im Tarifkonflikt
Hintergrund der Streikmaßnahme ist ein gescheiterter Tarifkonflikt. Nach vier Monaten Verhandlungen haben die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das von Verdi als nicht verhandlungsfähig und sogar als Provokation bewertet wird. Die Gewerkschaft hat daraufhin die Verhandlungen abgebrochen.
Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt äußerte sich scharf: „Das ist kein Schritt auf uns zu – das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.“ Das Arbeitgeberangebot enthalte lediglich marginale Verbesserungen bei einzelnen Zuschlägen und für Auszubildende, stehe aber massiven Verschlechterungen gegenüber.
Kritikpunkte und Forderungen
Zu den beanstandeten Punkten gehören laut Gewerkschaft:
- Angriffe auf bestehende Sicherheiten wie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
- Einschränkungen beim Kündigungsschutz
- Fehlende Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung
- Weigerung der Arbeitgeber, über zentrale Forderungen zu verhandeln
Die Gewerkschaft fordert unter anderem:
- Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
- Ein Wahlmodell für freiwillig längere Arbeitszeiten mit finanziellen oder zeitlichen Kompensationen
- Höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit
- Verlässliche, ununterbrochene Ruhezeiten ohne Ausnahmen
- Verbesserungen für Auszubildende, etwa mehr Freistellungen für Prüfungsvorbereitung
Wiederholte Arbeitsniederlegungen
Bereits Ende Februar hatte es Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr in Magdeburg, Halle und dem Burgenlandkreis gegeben. Die aktuelle vier Tage andauernde Maßnahme stellt jedoch eine deutliche Eskalation des Konflikts dar und wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen in der Region haben.
Die Verkehrsbetriebe müssen sich auf 96 Stunden Stillstand einstellen, während Pendler und Reisende alternative Transportmöglichkeiten suchen müssen. Der Streit um Arbeitsbedingungen und Entlohnung im öffentlichen Nahverkehr bleibt damit ein zentrales Thema in Sachsen-Anhalt.



