Ein tragischer Unfall ereignete sich am Samstag in Sipplingen am Bodensee. Ein vierjähriges Mädchen überquerte mit seinem Laufrad einen Bahnübergang, obwohl die Schranken bereits geschlossen waren. Ein herannahender Regionalexpress konnte trotz sofortiger Notbremsung nicht mehr rechtzeitig stoppen und erfasste das Kind.
Unfallhergang
Nach Angaben der Polizei geschah das Unglück in der Ortsmitte von Sipplingen. Das Mädchen fuhr mit seinem Laufrad auf die Gleise, als die Halbschranken bereits unten waren. Diese Schrankenart bedeckt nur die Hälfte der Fahrbahn, sodass die Gegenspur frei bleibt. Der Regionalexpress war mit etwa 65 Fahrgästen besetzt. Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern.
Rettungsmaßnahmen und Folgen
Das Kind erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag es in der Nacht seinen Verletzungen. Die Eltern des Mädchens waren zum Zeitpunkt des Unfalls in der Nähe, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Sie wurden ebenso wie die Fahrgäste und das Zugpersonal von Psychologen und Sanitätern betreut. Die Fahrgäste blieben körperlich unverletzt.
Reaktion der Bahn
Die Deutsche Bahn zeigte sich tief betroffen. Eine Sprecherin erklärte: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen.“ Ein Notfallmanager kümmerte sich um das Zugpersonal. Der Lokführer wurde nach dem Vorfall abgelöst und nach Hause gebracht, wie es bei solchen Ereignissen üblich ist.
Ermittlungen am Unfallort
Die Polizei sperrte den Bahnübergang und errichtete große Sichtschutzwände. Die Regionalbahn stand wenige Meter hinter der Unglücksstelle an einem Bahnsteig. Einsatzkräfte vermaßen den Unfallort und sicherten Spuren. Eine angrenzende Straße wurde für die Dauer der Arbeiten gesperrt. Zahlreiche Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort.
Sipplingen am Bodensee
Sipplingen ist eine kleine Stadt mit rund 8.000 Einwohnern. Sie liegt direkt am Bodensee, etwa fünf Kilometer westlich von Überlingen. Der Bahnübergang in der Ortsmitte ist mit Halbschranken ausgestattet, die nur die Hälfte der Fahrbahn absperren. Die genauen Umstände des Unfalls werden noch untersucht.



