Ver.di ruft zu Warnstreik am BER auf – Eurowings-Piloten stimmen für Arbeitskampf
Warnstreik am BER: Ver.di und Eurowings-Piloten im Arbeitskampf

Warnstreik legt Hauptstadtflughafen BER lahm – Eurowings-Piloten folgen mit Arbeitskampf

Fluggäste am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) müssen sich am kommenden Mittwoch auf erhebliche Beeinträchtigungen im Flugbetrieb einstellen. Die Gewerkschaft Ver.di hat für diesen Tag einen ganztägigen Warnstreik des Bodenpersonals angekündigt, der zu massiven Flugausfällen und Verspätungen führen wird. Parallel dazu haben die Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings in einer Urabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt, was die Reisewelle in Deutschland weiter destabilisiert.

Ver.di kritisiert "Provokation" der Arbeitgeberseite

Der angekündigte Warnstreik am BER ist die direkte Konsequenz gescheiterter Tarifverhandlungen zwischen Ver.di und der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Die Gewerkschaft verhandelt für rund 2000 Beschäftigte und fordert unter anderem:

  • Eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent oder mindestens 250 Euro monatlich pro Gruppe
  • Einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder
  • Eine Tariflaufzeit von zwölf Monaten

Die Arbeitgeberseite hatte in der vergangenen Woche ein Angebot vorgelegt, das nach Gewerkschaftsangaben lediglich jährliche Erhöhungen von etwa einem Prozent bei einer Laufzeit bis Ende 2028 vorsieht. Verhandlungsführer Holger Rößler bezeichnete dieses Angebot als "kein ernsthaftes Angebot, sondern eine Provokation am Verhandlungstisch". Es handelt sich um den ersten Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde, der den gesamten Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen zum Erliegen bringen könnte.

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Eurowings-Piloten mit klarem Votum für Arbeitskampf

Parallel zu den Entwicklungen am BER hat die Vereinigung Cockpit (VC) bei Eurowings ein deutliches Signal gesetzt. In einer Urabstimmung stimmten 94 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf, bei einer Beteiligung von 82 Prozent aller infrage kommenden Piloten. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die betriebliche Altersversorgung der Pilotinnen und Piloten.

VC-Präsident Andreas Pinheiro kritisierte, dass der Konzern jede Volumenerhöhung ihres Beitrags abgelehnt habe, und forderte ein "ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite". Mit dem eindeutigen Votum erhält die Gewerkschaft ein starkes Mandat, ihre Forderungen nach Verbesserung der Altersversorgung konsequent weiterzuverfolgen. Ein konkreter Streiktermin wurde zwar noch nicht bekannt gegeben, die Gewerkschaft kündigte jedoch an, zeitnah über das weitere Vorgehen zu informieren.

Fluggäste stehen vor ungewisser Reisesituation

Die doppelte Streikdrohung trifft auf einen ohnehin angespannten Flugverkehr in Deutschland. Erst in der vergangenen Woche hatten Pilotenstreiks bei der Lufthansa zu Hunderten ausgefallenen Flügen an den Drehkreuzen Frankfurt und München geführt, wobei zehntausende Passagiere betroffen waren. Nun droht sich dieses Szenario am BER zu wiederholen.

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg und Eurowings stehen vor der Herausforderung, mit den Gewerkschaften zu tragfähigen Lösungen zu kommen, während gleichzeitig die Reisenden mit Unsicherheit konfrontiert sind. Eurowings signalisierte in einer ersten Reaktion Gesprächsbereitschaft und verwies auf den nächsten vereinbarten Verhandlungstermin am 25. März. Für die betroffenen Fluggäste bleibt jedoch ungewiss, ob ihre Reisepläne wie vorgesehen realisiert werden können.

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