Meningitis-Ausbruch in Südengland: Massenimpfungen für Studenten nach Todesfällen
Die britischen Gesundheitsbehörden kämpfen weiterhin gegen einen besorgniserregenden Meningitis-Ausbruch in Südengland. Nachdem bereits zwei junge Menschen an den Folgen der Infektion gestorben sind, wurden umfangreiche Impfkampagnen für tausende Studenten gestartet.
Steigende Fallzahlen und tragische Todesfälle
Die Gesundheitsbehörde UKHSA meldete am Freitagmorgen erneut einen Anstieg der bestätigten Meningokokken-B-Infektionen. Während am Vortag noch neun Fälle registriert wurden, sind es nun bereits dreizehn bestätigte Infektionen. Insgesamt wurden bisher achtzehn Meningokokken-Infektionen festgestellt, dazu kommen elf Verdachtsfälle, die weiter untersucht werden.
Besonders tragisch sind die beiden Todesfälle, die in den vergangenen Tagen in der Region gemeldet wurden. Eine achtzehnjährige Schülerin und ein Student der University of Kent erlagen den Folgen der schweren Hirnhautentzündung, die durch Meningokokken B ausgelöst werden kann.
Großangelegte Impfaktionen an Universitäten
Als Reaktion auf den Ausbruch haben die Behörden umfangreiche Impfkampagnen gestartet. Bis Donnerstagabend wurden bereits 2.360 Impfungen gegen Meningokokken B durchgeführt. Parallel dazu verabreichten medizinische Teams über 9.000 Antibiotikadosen als vorbeugende Behandlung.
An der University of Kent in Canterbury wurden etwa 5.000 Studenten für Impfungen registriert. Vor der Sporthalle auf dem Campus bildeten sich lange Schlangen, als die Ausgabe des Impfstoffs begann. Die Behörden gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen tausende weitere Studenten geimpft werden müssen.
Besondere Risikogruppen und Übertragungswege
Zuvor hatten die Gesundheitsbehörden insbesondere Besucherinnen und Besucher eines Nachtclubs aufgerufen, sich vorbeugend behandeln zu lassen. Meningokokken B werden durch Tröpfcheninfektion übertragen – etwa durch Husten, Niesen oder engen Kontakt wie Küssen.
Die Bakterien können schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und lebensbedrohliche Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen. Die Erkrankung verläuft oft sehr schnell und erfordert sofortiges medizinisches Eingreifen.
Symptome und Behandlungsrichtlinien
Die ersten Anzeichen einer Meningokokken-Infektion sind oft grippeähnlich und umfassen:
- Fieber und Schüttelfrost
- Kopfschmerzen und Übelkeit
- Abgeschlagenheit und allgemeines Unwohlsein
Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und dauerhaften Hirnschäden kommen. Gemäß der Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll bereits bei begründetem klinischem Verdacht umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden.
Die Gesundheitsbehörden betonen die Wichtigkeit früher Diagnose und Behandlung, da die Erkrankung innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann. Die aktuellen Impfkampagnen zielen darauf ab, die weitere Ausbreitung unter der besonders betroffenen Studentenpopulation zu verhindern.



