Der Moment vor dem Boarding sorgt bei vielen für Spannung: Geht es bequem durch die Fluggastbrücke oder mit dem Bus übers Rollfeld? Vielflieger kennen das Warten am Gate. Erst dort entscheidet sich, ob Passagiere direkt über die Gangway ins Flugzeug steigen oder ein Shuttlebus sie zur Maschine bringt. TRAVELBOOK hat mit Luftfahrtexperte Cord Schellenberg darüber gesprochen, warum Bus-Boarding so häufig ist.
Warum Passagiere übers Vorfeld fahren
Der Grund liegt an den Abstellpositionen. „Am zentralen Terminalgebäude und bei großen Flughäfen auch an sogenannten Satellitenterminals gibt es meist Fluggastbrücken, die das wettergeschützte Einsteigen ermöglichen“, erklärt Schellenberg. Große Airports haben oft mehrere Brücken, etwa für Großraumflugzeuge oder den Airbus A380.
Vorfeldpositionen ohne Fluggastbrücke
Steht die Maschine auf einer Außenposition, gibt es meist keine Brücke. „Vorfeldpositionen sind meist nicht mit Fluggastbrücken ausgestattet, hier werden Treppen benötigt“, so der Experte. Dann fährt der Bus. Bus-Boarding betrifft häufig Kurzstrecken, da kleine Maschinen einfacher außen stehen. Zudem sind nicht alle Flugzeugtypen für Brücken geeignet. „Für kleine Flugzeuge wäre die Brücke zu steil ausgerichtet“, fügt Schellenberg hinzu.
Auch Business-Passagiere fahren Bus
Ob Bus oder Brücke, erfahren Reisende meist erst am Gate. Die Ticketklasse spielt kaum eine Rolle. Priority-Gäste steigen oft zuerst ein, doch auch mit Business-Ticket kann ein Bus warten. Wenn viel Betrieb herrscht, fehlen Kapazitäten. „Wenn viel los ist, reichen die Kapazitäten nicht aus“, sagt Schellenberg. An großen Drehkreuzen müssen kleinere Maschinen daher oft auf Außenpositionen ausweichen.
Kostenfaktor Fluggastbrücke: Billigairlines setzen auf Bus
Auch der Preis zählt. Laut dem Portal „Aviation Direct“ setzen Billigairlines wie EasyJet oder Ryanair auf Bus-Boarding, um Kosten zu sparen. Fluggastbrücken verursachen zusätzliche Gebühren sowie Wartungs- und Personalkosten. Dies macht das Bus-Boarding für preisbewusste Fluggesellschaften attraktiv.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mehrere Faktoren darüber entscheiden, ob Passagiere per Bus oder Brücke ins Flugzeug gelangen: die Abstellposition, die Flugzeuggröße, die Auslastung des Flughafens und wirtschaftliche Überlegungen der Airlines. Reisende sollten daher stets flexibel sein und sich überraschen lassen, welches Boarding-Verfahren am Gate auf sie wartet.



