Ex-Verkehrsminister Wissing und Ex-GDL-Chef Weselsky streiten über die Zukunft der Deutschen Bahn
Wissing und Weselsky streiten über die Zukunft der Deutschen Bahn

Spitzengespräch zur Deutschen Bahn: Privatisierung als größter Fehler?

Im exklusiven SPIEGEL-Talk haben sich der ehemalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und der frühere Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, einem intensiven Streitgespräch über die Zukunft der Deutschen Bahn gestellt. Die Diskussion, moderiert von Markus Feldenkirchen, drehte sich um drängende Probleme wie Gewalt in Zügen, die Rolle des DB-Vorstands und die umstrittene Privatisierung des Unternehmens.

Kritik an der Privatisierung und dem DB-Management

Claus Weselsky, bekannt für seine scharfe Kritik an der Bahnführung, bezeichnete die Privatisierung der Deutschen Bahn als den größten Fehler in der jüngeren Verkehrsgeschichte. Er argumentierte, dass diese Entscheidung zu einer Verschlechterung der Servicequalität und zu höheren Kosten für die Verbraucher geführt habe. Volker Wissing, der während seiner Amtszeit als Verkehrsminister mit der Bahn zu tun hatte, verteidigte Teile der bisherigen Politik, räumte jedoch ein, dass es erheblichen Sanierungsbedarf gebe.

Gewalt in Zügen und interne Probleme

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war das Thema Gewalt in Zügen. Beide Diskutanten zeigten sich besorgt über die zunehmenden Vorfälle und forderten strengere Sicherheitsmaßnahmen. Weselsky kritisierte zudem den DB-Vorstand scharf und warf ihm vor, mit einer "Erbsenzähler"-Mentalität zu agieren, die Innovationen und notwendige Investitionen behindere. Wissing betonte die Notwendigkeit einer effizienteren Führungsstruktur, um die Bahn aus der Krise zu führen.

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Politische Dimensionen und die Rolle der FDP

Die Diskussion berührte auch politische Aspekte, insbesondere die Rolle der FDP als möglicher Sanierungsfall. Wissing verteidigte seine Partei und verwies auf vergangene Erfolge, während Weselsky die Verkehrspolitik der letzten Jahre als gescheitert ansah. Beide waren sich einig, dass dringend Lösungen benötigt werden, um die Deutsche Bahn wieder auf einen stabilen Kurs zu bringen.

Das Spitzengespräch, aufgezeichnet am 18. März 2026, bietet tiefe Einblicke in die kontroversen Debatten um eines der wichtigsten Verkehrsunternehmen Deutschlands. Es unterstreicht die Dringlichkeit von Reformen und die komplexen Herausforderungen, vor denen die Bahn steht.

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