Jeder neunte Deutsche lebt in zu kleiner Wohnung – Problem verschärft sich
Jeder neunte Deutsche lebt in zu kleiner Wohnung

Knapp zwölf Prozent der Menschen in Deutschland leben in beengten Wohnverhältnissen. Das Statistische Bundesamt meldet, dass 2025 rund 11,7 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen wohnten. Im Jahr 2020 lag dieser Anteil noch bei 10,2 Prozent. Die Entwicklung zeigt eine Verschärfung des Wohnraummangels innerhalb von fünf Jahren.

Definition von Überbelegung

Nach der EU-weiten Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) gilt eine Wohnung als überbelegt, wenn ein Einpersonenhaushalt nicht mindestens zwei Zimmer besitzt – also etwa ein separates Wohn- und Schlafzimmer. Auch Wohnungen, in denen ein Raum für zwei Kinder unter zwölf Jahren fehlt oder ein Zimmer je Kind zwischen zwölf und 17 Jahren bei unterschiedlichem Geschlecht, werden als überbelegt eingestuft.

Besonders betroffene Gruppen

Erwachsene mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind besonders häufig betroffen: 30,8 Prozent von ihnen lebten 2025 in überbelegten Wohnungen, während es bei deutschen Staatsangehörigen ab 18 Jahren nur 6,7 Prozent waren. Armutsgefährdete Menschen zählen mit 27,4 Prozent ebenfalls zu den stark betroffenen Gruppen. Haushalte mit Kindern müssen besonders oft mit beengten Verhältnissen zurechtkommen: 17,6 Prozent der Menschen in solchen Haushalten sind betroffen, im Vergleich zu nur 7,2 Prozent in Haushalten ohne Kinder. Alleinerziehende und ihre Kinder sind mit 29,6 Prozent am stärksten betroffen.

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Kinder und Jugendliche leiden besonders

Der Wohnraummangel trifft häufig Kinder und Jugendliche: Bei Minderjährigen lag der Anteil derjenigen, die in zu kleinen Wohnungen leben, 2025 bei 19 Prozent. Bei Menschen ab 65 Jahren waren es hingegen nur 3,1 Prozent. Das Statistische Bundesamt kommentiert: „Die Suche nach geeignetem und bezahlbarem Wohnraum wird für viele immer schwerer. Das gilt vor allem für jene, die mehr Platz brauchen.“

Deutschland im EU-Vergleich

Im EU-weiten Vergleich steht Deutschland besser da als der Durchschnitt. Im Schnitt der Europäischen Union leben 16,8 Prozent der Menschen in überbelegten Wohnungen. Die höchsten Quoten verzeichnen Rumänien mit gut 40 Prozent und Lettland mit fast 39 Prozent. Am niedrigsten ist die Quote in Zypern (2,2 Prozent) und in den Niederlanden (4,1 Prozent).

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