Thüringen: Kein Durchbruch beim sozialen Wohnungsbau 2026 erwartet
Kein Durchbruch beim sozialen Wohnungsbau 2026

Der Direktor des Thüringer Wohnungswirtschaftsverbandes, Frank Emrich, erwartet für das Jahr 2026 keinen signifikanten Anstieg des Tempos beim sozialen Wohnungsbau. „Wir haben Projekte in der Schublade, aber die angekündigte neue Wohnungsbau-Förderrichtlinie ist noch nicht in Kraft“, erklärte Emrich während der Tage der Thüringer Wohnungswirtschaft in Suhl. „Wir warten auf die Förderrichtlinie schon lange nicht mehr gespannt – wir warten inzwischen routiniert.“

Kaum Umsetzung neuer Projekte in diesem Jahr

Nach Einschätzung von Emrich können in diesem Jahr nur wenige Projekte realisiert werden. „Vielleicht gibt es eine Reihe von Bewilligungen bis Jahresende. Wir verschenken 2026 wahrscheinlich für die Wohnraumförderung, das ist ärgerlich“, sagte Emrich am Rande des Verbandstages. Ohne staatliche Förderung würden bei Neubauten aufgrund gestiegener Baupreise und Zinsen Mieten von 18 Euro pro Quadratmeter entstehen. In Thüringen sei dies kaum durchsetzbar. Die einzelnen Punkte der Richtlinie seien zwar gut, müssten nun aber verbindlich werden.

Fokus auf Modernisierung des Bestands

Die kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen konzentrieren sich in diesem Jahr vor allem auf Investitionen in die Modernisierung ihres Wohnungsbestands. Geplant sind Investitionen in Höhe von 682 Millionen Euro. Allerdings wird befürchtet, dass ein Teil dieser Summe wie bereits in den Vorjahren nicht umgesetzt werden kann. Die Unternehmen verwalten rund 261.000 Wohnungen; jeder zweite Mieter im Freistaat lebt in diesen Wohnungen.

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Jährlich 800 Sozialwohnungen weniger

Nach früheren Angaben des Thüringer Infrastrukturministeriums wird die neue Förderrichtlinie nach den Abstimmungsverfahren innerhalb der Landesregierung derzeit vom Rechnungshof geprüft. Vorgesehen sind unter anderem finanzielle Anreize für Bauherren, die die Mietbindung für neue geförderte Wohnungen von derzeit 20 Jahren auf bis zu 35 Jahre erhöhen. Auch vereinfachte Standards und Verfahren sowie längere Laufzeiten für Förderdarlehen bei Investitionen in den sozialen Wohnungsbau sind geplant.

Laut Wohnungswirtschaftsverband fallen in Thüringen pro Jahr durchschnittlich 800 Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Der aktuelle Bestand an Sozialwohnungen wird vom Infrastrukturministerium mit rund 11.000 angegeben. Die Studie „Sozial-Wohn-Monitor 2026“ beziffert den Bedarf im Freistaat auf 20.000 Sozialwohnungen.

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