Mieterbund warnt vor Einschnitten beim Wohngeld – Hubertz plant Neustrukturierung
Mieterbund warnt vor Wohngeld-Einschnitten

Der Mieterbund hat vor drohenden Einschnitten beim Wohngeld gewarnt. Die geplanten Kürzungen dürften „nicht dazu führen, dass Leistungen sinken oder Anspruchsberechtigte schlechter gestellt werden“, erklärte Verbandspräsidentin Melanie Weber-Moritz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Entscheidend sei, dass das Wohngeld als eigenständiger Zuschuss erhalten bleibe und sich an den tatsächlichen Wohnkosten orientiere.

Hintergrund: Haushaltslöcher des Bundes

Das Bundesbauministerium muss eine Milliarde Euro einsparen. Wohnungsbauministerin Verena Hubertz (SPD) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden unsere Einsparvorgaben durch eine Neustrukturierung des Wohngeldes erfüllen. Dabei werden wir darauf achten, dass wir das Wohngeld gerecht und zielgerichtet ausgestalten.“ Konkrete Details zu den Einsparungen blieben jedoch offen. Ein Sprecher betonte: „Es ist aktuell zu früh, um konkrete Aussagen zur Höhe von Einsparungen beim Wohngeld zu treffen.“ Einzelheiten sollen bis zum Regierungsentwurf des Haushalts 2027 vorliegen.

Zahlen und Fakten zum Wohngeld

Laut Statistischem Bundesamt bezogen 2024 rund 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeld. Die staatliche Unterstützung richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen und hohen Wohnkosten. Anfang 2023 wurde mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz der Kreis der Berechtigten deutlich ausgeweitet. Die Ausgaben beliefen sich 2024 auf 4,7 Milliarden Euro. Nach Angaben des Wohnungsministeriums sind 44 Prozent der Bezieher Familien, in 52 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.

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Kritik von Opposition und Verbänden

Gegen mögliche Einschnitte regt sich Widerstand von Linken und Grünen. Linken-Wohnungsbauexpertin Sahra Mirow sagte dem RND: „Einsparungen beim Wohngeld wären ein fatales Signal in der Wohnungspolitik. Wer bei den finanziell Schwächsten kürzt, handelt unsozial.“ Die Grünen-Politikerin Mayra Vriesema forderte stattdessen eine stärkere Mietenregulierung. Bei sinkenden Mieten bräuchten weniger Menschen Wohngeld, argumentierte die Abgeordnete. Der Mieterbund appelliert an die Bundesregierung, die geplanten Einschnitte zu überdenken und das Wohngeld als verlässliche Stütze für einkommensschwache Haushalte zu erhalten.

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