Münchner Studenten schlagen bei Mietkosten Alarm: Wohnraumkrise eskaliert weiter
Die Wohnsituation für Studierende in München bleibt dramatisch angespannt. Neue Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zeigen zwar eine Verlangsamung der Mietpreissteigerungen, doch von Entlastung kann laut studentischen Vertretern keine Rede sein. Die Mietkosten haben sich auf einem extrem hohen Niveau verfestigt, wie der AK Wohnen, ein hochschulübergreifender Zusammenschluss der Studierendenvertretungen in München, mitteilt.
Mietexplosion verlangsamt sich – keine Entlastung für Studierende
Bundesweit zahlen Studierende im Durchschnitt mittlerweile über 500 Euro für ein WG-Zimmer, in München sind es sogar rund 800 Euro – bereits das zweite Semester in Folge. Für die Politik sei das kein Grund zum Aufatmen, sondern ein klarer Auftrag zum Handeln, betont Patricia Leuchtenberger, Sprecherin des AK Wohnen. Die Mietexplosion ist nicht vorbei – sie hat sich nur verlangsamt. Für Studierende bedeute das keine Entlastung, sondern dauerhaft unbezahlbare Mieten.
Alexander Schiller, ebenfalls Sprecher des AK Wohnen, weist darauf hin, dass die Entwicklung bereits absehbar war: Bereits zum Wintersemester 2025/26 hatten wir vor einer weiteren Verschärfung der Lage gewarnt. Damals wurde erstmals die 500-Euro-Marke im Bundesdurchschnitt überschritten, während München bereits an der absoluten Spitze lag. Die neuen Zahlen bestätigen, dass die Wohnungsnot für Studierende in München weiter eskaliert.
Forderungen von Studentenvertretung und Grüner Jugend
Der AK Wohnen kündigte an, in Kürze ein umfassendes Forderungspapier zur Wohnungssituation zu veröffentlichen. Parallel dazu fordert die Grüne Jugend Bayern zum Beginn des Sommersemesters einen garantierten Wohnheimplatz für alle, die ein Studium oder eine Ausbildung im Freistaat beginnen.
Anna Gmeiner, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, erklärt: Wer in Bayern studieren oder eine Ausbildung beginnen will, bei dem darf es nicht an der Miete scheitern. Bezahlbarer Wohnraum sei Grundvoraussetzung für Chancengleichheit. Die Forderung beinhaltet konkrete Maßnahmen:
- Mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr vom Freistaat für Wohnheime
- Wohnraumquoten bei neuen Berufsschulen
- Stärkung von Azubiwerken, die günstigen Wohnraum bereitstellen
- Genehmigung zusätzlicher Studienplätze nur mit tragbarem Wohnraumkonzept
München als trauriger Spitzenreiter
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die besondere Situation in München: Während bundesweit die Mieten für WG-Zimmer zu Beginn des Sommersemesters durchschnittlich bei 512 Euro lagen (ein Plus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr), sind es in Bayern bereits 605 Euro. München führt mit 800 Euro die Liste der teuersten Städte an. Zum Vergleich: Ein Wohnheimzimmer kostet laut Studierendenwerk München zwischen 350 und 570 Euro – deutlich günstiger, aber aufgrund der Knappheit schwer zu bekommen.
Die studentische Vertretung argumentiert, dass hohe Preise auf einen ohnehin angespannten Wohnungsmarkt treffen, mit der Folge, dass bezahlbarer Wohnraum für viele Studierende faktisch nicht mehr verfügbar ist. Bildung drohe zum Privileg für jene zu werden, die sich teure Mieten leisten können, so die Kritik der Grünen Jugend.



