Wohnungsmarkt in Bayern: Verband fordert mutige Reformen
Wohnungsmarkt Bayern: Verband fordert Reformen

Die Lage auf dem bayerischen Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Nach Einschätzung des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) ist eine Trendwende ohne grundlegende politische Weichenstellungen nicht in Sicht. Bei der Jahrespressekonferenz in München sprach Verbandschef Hans Maier von einem Markt, der in vielen Regionen Bayerns nicht mehr funktioniere.

Fehlende Wohnungen und sinkende Bauzahlen

Laut VdW fehlen im Freistaat mittlerweile rund 200.000 Wohnungen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der neu gebauten Wohnungen um knapp 14 Prozent auf 47.359. Für die Jahre 2026 und 2027 erwartet der Verband keine Besserung. Maier betonte, dass alle drei Bereiche des Wohnungsbaus – geförderter und privater Bau von Mietwohnungen sowie der Bau von Eigentumswohnungen – funktionieren müssten, um ausreichend Wohnraum zu schaffen.

Hohe Zuschüsse, geringe Wirkung

Im geförderten Wohnungsbau seien die staatlichen Zuschüsse so hoch wie nie zuvor, so Maier. Doch aufgrund hoher Baustandards und gestiegener Baukosten sei der Effekt begrenzt: „Wir haben so viel Mittel wie nie zuvor, und bauen dafür umso weniger Wohnungen.“ Private Unternehmen und Investoren zögerten ebenfalls, weil die Kosten zu hoch seien. „Wenn es nicht gelingt, privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren, dann werden wir in den nächsten Jahren eine weitere Verschärfung auf den Wohnungsmärkten erleben“, prophezeite Maier. Die Folge wären weiter steigende Mieten.

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Forderungen: Weniger Bürokratie, mehr Anreize

Der VdW fordert daher eine Herabsetzung der Baustandards und bürokratischen Vorgaben sowie Investitionsanreize für private Unternehmen. „Wer das lösen will, muss mutig handeln“, sagte Maier. „Da braucht es ein paar Weichenstellungen – und die sehen wir momentan insbesondere auf Bundesebene nicht.“

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