Freispruch für Ärztin: Kein Nachweis für Betäubung des eigenen Sohnes
Freispruch für Ärztin: Kein Nachweis für Betäubung

Freispruch im Lippstädter Prozess: Ärztin entlastet

Im Amtsgericht Lippstadt hat sich eine überraschende Wende ereignet. Die Ärztin Carina K. (38) wurde am ersten Verhandlungstag vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung an ihrem damals vierjährigen Sohn freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage erhoben, dass die Medizinerin während eines Schweden-Urlaubs im August 2023 dem Jungen ein Gemisch aus dem Opioid-Schmerzmittel Tramadol und dem Beruhigungsmittel Diazepam in die Nuckelflasche gemischt haben soll.

Gutachten nicht verwertbar

Ein forensischer Toxikologe hatte in der Haarprobe des Kindes Abbauprodukte der Substanzen nachgewiesen. Allerdings wurde dieses Gutachten vom Gericht nicht als Beweismittel zugelassen. Grund dafür war, dass der Ergänzungspfleger zu spät eingesetzt worden war und seine Zustimmung zur Untersuchung fehlte. Damit galten die Proben als rechtswidrig erhoben. Der Richter betonte, dass zwar Medikamente im Körper des Jungen gefunden wurden, jedoch unklar bleibe, wie und wann sie dorthin gelangt waren.

Zeuge sagte nicht aus

Ein Bekannter der Ärztin, der den Fall ursprünglich angezeigt hatte, erschien nicht zur Verhandlung. Er erklärte, eine Aussage sei ihm nicht zuzumuten. In früheren polizeilichen Vernehmungen hatte der Mann geschildert, der Junge habe nach der Einnahme der Flasche teils „wie tot“ gewirkt und stundenlang regungslos geschlafen. Zudem sei das Kind stark unterernährt gewesen. Die Verteidigung kritisierte, die Staatsanwaltschaft habe einseitig ermittelt und nicht berücksichtigt, dass der Zeuge aus anderen Motiven gehandelt haben könnte.

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Heutiger Zustand des Kindes

Der heute siebenjährige Junge wirkt laut Gericht altersgerecht entwickelt und lebensfroh. Es gebe keinen Anlass, die Mutter zu belasten. Die Richter folgten dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Freispruch, da sich nicht sicher nachweisen ließ, dass Carina K. ihrem Sohn die Medikamente verabreicht hatte. Die Verteidigerin Patric Urbaneck äußerte sich nach dem Urteil erleichtert über das Ergebnis des Prozesses.

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