Ein aktueller Hantavirus-Ausbruch auf einem Luxuskreuzfahrtschiff sorgt für Beunruhigung unter Reisenden. Die Schiffsärztin und Infektiologin Clara Schlaich gibt im Interview Einblicke, wie Passagiere selbst zur Sicherheit an Bord beitragen können.
Warum Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen kaum vermeidbar sind
Laut Dr. Schlaich lassen sich Ausbrüche von Infektionskrankheiten auf Kreuzfahrtschiffen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht vollständig verhindern. Die enge Gemeinschaft an Bord, die vielen gemeinschaftlich genutzten Bereiche und die hohe Fluktuation der Passagiere begünstigen die Verbreitung von Viren und Bakterien.
Typische Risikofaktoren an Bord
Zu den häufigsten Übertragungswegen zählen kontaminierte Oberflächen, direkter Kontakt zwischen Personen sowie die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen wie Buffets oder Fitnessräumen. Besonders kritisch seien die ersten Tage einer Reise, wenn viele Menschen aus verschiedenen Regionen aufeinandertreffen.
Was Passagiere selbst tun können
Dr. Schlaich betont die Bedeutung der persönlichen Hygiene. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife sei das A und O. Auch das Vermeiden von direktem Kontakt zu erkrankten Personen und das Nutzen von Desinfektionsmitteln könne das Risiko deutlich senken.
Verhalten bei Krankheitssymptomen
Bei ersten Anzeichen wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen sollten Passagiere umgehend die Bordklinik aufsuchen und sich in ihre Kabine zurückziehen. Viele Schiffe bieten spezielle Isolationsmöglichkeiten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Maßnahmen der Schiffsbetreiber
Die Reedereien haben umfangreiche Hygienekonzepte implementiert, darunter verstärkte Reinigungsintervalle, Luftfilterung und Schulungen des Personals. Dennoch bleibe ein Restrisiko, das durch das Verhalten jedes Einzelnen minimiert werden könne.
Abschließend appelliert die Ärztin an die Vernunft der Reisenden: Mit einfachen Mitteln könne jeder dazu beitragen, die Sicherheit an Bord zu erhöhen und den Urlaub für alle angenehm zu gestalten.



