Kathleen Krüger steht offenbar kurz vor der Unterschrift als Sportvorständin beim Hamburger SV. Der FC Bayern München bestätigte am Freitag Gespräche mit dem Zweitligisten über einen Wechsel der 40-Jährigen. Krüger, die seit über 20 Jahren beim Rekordmeister arbeitet, soll die Nachfolge von Stefan Kuntz antreten, der den HSV im Dezember vergangenen Jahres verlassen hatte.
Bayern-Sportdirektor lobt Krüger
Bayern-Sportdirektor Christoph Freund äußerte sich anerkennend über Krüger: „Sie hat für den FC Bayern München viele Jahre einen Top-Job gemacht, in verschiedenen Positionen, hat viel Erfahrung sammeln können. Es ist absolut eine Auszeichnung, dass so ein großer Verein sie kontaktiert hat für so einen großen Job, eine sehr, sehr schöne Geschichte für Kathleen.“ Medienberichten zufolge soll die Vertragsunterschrift nur noch Formsache sein, auch wenn der Verein zunächst keine Details nannte.
Vom Teammanager zur Vorständin
Krueger ist derzeit als Leiterin Organisation und Infrastruktur beim FC Bayern tätig. Ihren Ruf verdankt sie vor allem ihrer langjährigen Arbeit als Teammanagerin. Thomas Müller sagte einst über sie: „Sie ist die, die die Mannschaft zusammenhält.“ Mit den Bayern gewann sie 2020 das Triple. Auch Ex-Trainer Pep Guardiola schätzte ihr Organisationstalent und bot ihr indirekt eine Stelle bei Manchester City an, die Krüger jedoch ablehnte.
Ihre Laufbahn begann als Spielerin: Fünf Jahre kickte sie für die Bayern-Frauen, bevor sie 2009 auf Initiative von Uli Hoeneß als Assistentin von Sportdirektor Christian Nerlinger ins Management wechselte. In ihrem LinkedIn-Profil schreibt sie: „Hart für etwas zu arbeiten, das wir lieben, nennt man Leidenschaft.“
Signal für Frauen im Fußball
Mit Krügers möglicher Verpflichtung würde der HSV ein starkes Zeichen setzen. Zwar war Katja Kraus bereits von 2003 bis 2011 als erste weibliche Vorständin der Fußball-Bundesliga beim HSV tätig, allerdings im Marketing. Krüger wäre die erste Frau in einer sportlichen Führungsposition beim HSV. In der Bundesliga gab es zuletzt weitere Beispiele: Marie-Louise Eta debütierte bei Union Berlin als erste Trainerin in einer europäischen Topliga, und Tatjana Haenni fungiert seit Januar als CEO bei RB Leipzig.
Der HSV hatte sich nach dem Abgang von Stefan Kuntz Zeit gelassen, die Neubesetzung zu prüfen, und sogar eine Headhunter-Agentur eingeschaltet. Claus Costa, der interimistisch die sportliche Leitung übernommen hatte, soll sich im Sommer wieder auf seine Rolle als Sportdirektor konzentrieren. Krüger würde dann gemeinsam mit Eric Huwer den Vorstand bilden.



