Landärzte in Vorpommern: Medizinstudenten entdecken moderne Praxen auf dem Land
Landärzte in Vorpommern: Studenten entdecken ländliche Praxen

Landärzte in Vorpommern: Medizinstudenten entdecken moderne Praxen auf dem Land

Unter dem Motto „Landarzt erleben!“ haben sich 25 angehende Mediziner aus Greifswald und Berlin in vorpommerschen Arztpraxen umgesehen. Das Projekt „Landpartie Medizin“ ermöglichte den Studenten Einblicke in sechs Haus- und Facharztpraxen in Strasburg, Pasewalk und Penkun.

Praxisbesuch bei Allgemeinmedizinerin Dr. Andrée Anklam

Gegen 9.30 Uhr trafen fünf junge Leute in der Praxis von Dr. Andrée Anklam in der Falkenberger Straße in Strasburg ein. Die Studenten nutzten die Gelegenheit, der erfahrenen Allgemeinmedizinerin zahlreiche Fragen zu stellen. „Nehmen Sie alles mit, was sie an Weiterbildungen und Qualifikationen bekommen können“, riet Anklam den angehenden Ärzten. Besonders wertvoll sei eine Qualifikation zum Notarzt, die auch in der Hausarztpraxis brenzlige Situationen besser meistern helfe.

Die Ärztin betonte die Bedeutung praktischer Erfahrungen: „Eine Famulatur in einer Hals-Nasen-Ohren-Praxis ist empfehlenswert, insbesondere wenn man später Kinder als Patienten betreut.“ Für angehende Hausärzte empfahl sie zudem die Anschaffung eines Ultraschallgerätes, mit dem sie regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführt.

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Moderne Ausstattung und Teamarbeit

Während des Rundgangs durch ihre Praxis erläuterte Dr. Anklam die Abläufe bei der Patientenaufnahme und betonte die Bedeutung guter Zusammenarbeit: „Ohne die Schwestern läuft hier nichts“, sagte die Ärztin, die selbst zunächst Krankenschwester gelernt hatte. Die Studenten interessierten sich besonders für:

  • Die Kosten moderner Ultraschallgeräte
  • Die Häufigkeit von Hausbesuchen
  • Die Arbeitszeiten in einer Landarztpraxis
  • Die Einstellung zum Thema Impfungen
  • Den optimalen Zeitpunkt für Familienplanung bei jungen Praxisinhabern

Telemedizin in der kardiologischen Praxis

Etwa 20 Kilometer entfernt empfing Kardiologin Dr. Christine Bahr eine weitere Studentengruppe in ihrer ambulanten Herz-Kreislauf-Praxis. Die Fachärztin demonstrierte moderne Telemedizin: Patient Rene Klinsmann, 49 Jahre alt, hatte einen Defibrillator implantiert, der regelmäßig Gesundheitsdaten in die Praxis übermittelt. „Auf dieser Grundlage können wir den Gesundheitszustand prüfen und gegebenenfalls medizinische Maßnahmen einleiten“, erklärte Bahr.

Die Studenten verfolgten auf einem großen Bildschirm Live-Aufnahmen vom Herzen des Patienten, die ein Ultraschallgerät lieferte. „Wir versuchen in unserem Herz-Kreislauf-Zentrum alles anzubieten, was möglich ist, um den Patienten lange Fahrtwege zu ersparen“, betonte die Kardiologin. Gute medizinische Versorgung könne auch im ländlichen Raum ausgezeichnet funktionieren.

Erfolgreiches Projekt mit praktischen Vorteilen

Dr. Christine Bahr, die das Projekt „Landpartie Medizin“ mitinitiiert hat, zeigte sich erfreut über das große Interesse: „Es gab mehr Bewerber als Plätze“. In der Region hätten sich mehrere Ärzte bereit erklärt, ihre Praxen zu öffnen. Die Städte Strasburg, Penkun und Pasewalk signalisierten zudem ihre Unterstützung durch:

  1. Kostenlosen oder sehr preiswerten Wohnraum für Praktikanten
  2. Konkrete Hilfestellungen bei der Unterbringung
  3. Praktische Unterstützung für angehende Landärzte

„Es gibt viele Klischees über Ärzte auf dem Land. Wie eine Praxis funktioniert, steht in keinem Lehrplan für Studenten. Wir wollen zeigen, was es hier alles an Positivem gibt“, sagte Bahr. Das Projekt zeige bereits erste Erfolge: Seit längerem habe sie wieder drei Anmeldungen für Praktika in ihrer Praxis erhalten.

Perspektiven für die ländliche Medizin

Allgemeinmedizinerin Dr. Andrée Anklam äußerte sich positiv über das Projekt: „Ich finde dieses Projekt Landpartie Medizin sehr gut. Wir wollen, dass mehr junge Leute auf dem Land Arzt werden“. Mit den Praxisbesuchen könne man demonstrieren, dass man in ländlichen Regionen ausgezeichnet arbeiten könne. Die Kombination aus moderner Technik, engagiertem Team und sinnvollen Arbeitsbedingungen mache die Landarztpraxis zu einer attraktiven beruflichen Perspektive.

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Die Studenten zeigten sich beeindruckt von der professionellen Ausstattung und dem Engagement der vorpommerschen Ärzte. Tobias Kollark, Student im ersten Studienjahr in Berlin, ließ sich von Schwester Regina die Funktionsweise eines Dopplers zur Untersuchung von Bein- und Armarterien demonstrieren – ein weiteres Beispiel für die praktische Wissensvermittlung während der Landpartie.