Schauspielerin Luna Jordan mit 24 Jahren unerwartet gestorben
Luna Jordan mit 24 Jahren unerwartet gestorben

Die Schauspielerin Luna Jordan ist im Alter von nur 24 Jahren unerwartet gestorben. Das bestätigten unter anderem der Sender RTL unter Berufung auf ihre Agentur Players und ihre Familie. Jordan war eine der vielversprechendsten Nachwuchsdarstellerinnen Deutschlands und hatte zuletzt mit einer kraftvollen Rolle im Magdeburger „Polizeiruf“ für Aufsehen gesorgt.

Ein Auftritt voller Wut und Kampfgeist

Erst im März war Jordan in einem „Polizeiruf“ aus Magdeburg zu sehen, der das Thema Abtreibung behandelte. Sie spielte einen sogenannten „Abortion Buddy“, der Frauen vor militanten Abtreibungsgegnern schützt. Ihr Spiel war von einer unerbittlichen Energie geprägt – eine Kampfansage gegen das patriarchale System. Anders als viele vergleichbare Figuren im deutschen Fernsehen verzichtete sie auf Zögern und spielte mit einer Körperlichkeit, die an Rachefilme der 1970er-Jahre erinnerte.

Offene Worte über Missbrauch

Der Missbrauch durch Männer hatte ihr Leben offenbar stark geprägt. Als sie beim Österreichischen Filmpreis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, nutzte sie die Bühne für eine Wutrede. „Ich bin gerade einmal 20 Jahre alt, und ich bin vielfach Opfer sexuellen Missbrauchs an Filmsets und im Theater geworden“, sagte sie. Sie rief dazu auf, das Schweigen zu brechen und „dieses Schwein“ zu stellen – für die Zukunft des Films und die Freiheit der Kunst.

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Erfolge und vielversprechende Projekte

Jordan wurde für ihre Rolle im Drama „Fuchs im Bau“ geehrt, das in einer Jugendstrafanstalt spielt. In der ZDF-Krimiserie „Jenseits der Spree“ spielte sie die Filmtochter von Jürgen Vogel. Zudem überzeugte sie in Coming-of-Age-Dramen wie „Dead Girls Dancing“ (2023), „Small Town Girl“ (2025) und der RTL+-Serie „Euphorie“. Bereits 2021 drehte sie den Kurzfilm „Furor“, der auf Festivals lief.

Kurz vor ihrem Tod sollten die Dreharbeiten zur Serie „Hamburg Days“ beginnen, bei der Christian Schwochow Regie führte. Die Serie erzählt von den frühen Tagen der Beatles in Hamburg-St. Pauli. Jordan hätte die Fotografin Astrid Kirchherr spielen sollen – eine Rolle, die ihr vielleicht den internationalen Durchbruch gebracht hätte. Das US-Magazin „The Crown“ hatte bereits Bilder von ihr mit Kirchherrs Kurzhaarschnitt veröffentlicht.

Ein Schock für die Branche

Ihr plötzlicher Tod hinterlässt eine große Lücke. Regisseure und Kollegen würdigten sie als außergewöhnliche Künstlerin, die mit ihrer rauen Energie und ihrem Mut beeindruckte. Luna Jordan wurde nur 24 Jahre alt.

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