Der Kreistag im Saalekreis hat am Mittwoch im Merseburger Ständehaus mit deutlicher Mehrheit die Schaffung eines Behindertenbeirates beschlossen. Das neue Gremium soll ab dem Jahr 2027 die Interessen von Menschen mit Behinderung in der Politik und Verwaltung des Landkreises vertreten. Ziel ist es, den Betroffenen mehr Mitsprache zu ermöglichen.
Hintergrund: Hohe Zahl von Menschen mit Behinderung
Offiziell haben mehr als jeder 20. Einwohner im Saalekreis einen Behinderungsgrad von 50 Prozent oder höher. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Fälle nicht erfasst sind. Der Beirat soll sicherstellen, dass die Anliegen dieser Menschen bei Entscheidungen des Kreistags und der Verwaltung berücksichtigt werden.
Aufgaben des Behindertenbeirats
Der Behindertenbeirat wird als beratendes Gremium fungieren. Er soll den Kreistag und die Kreisverwaltung zu allen Themen beraten, die Menschen mit Behinderung betreffen. Dazu gehören unter anderem Barrierefreiheit, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Bildung und Arbeitsmarkt. Der Beirat kann eigene Vorschläge einbringen und Stellungnahmen zu geplanten Maßnahmen abgeben.
Überraschend deutliche Entscheidung
Die Entscheidung im Kreistag fiel überraschend deutlich aus. Die große Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Einrichtung des Gremiums. Einige Redner betonten, dass der Beirat ein wichtiges Signal für mehr Inklusion und Teilhabe im Saalekreis sei. Die Verwaltung wurde beauftragt, die konkrete Ausgestaltung des Beirats vorzubereiten.
Nächste Schritte
In den kommenden Monaten sollen die genauen Modalitäten für die Besetzung und Arbeitsweise des Beirats festgelegt werden. Geplant ist, dass der Beirat aus Vertretern von Behindertenverbänden, Selbsthilfegruppen sowie Experten besteht. Auch die Möglichkeit der Beteiligung von Betroffenen ohne Verbandszugehörigkeit wird diskutiert. Der Start des Gremiums ist für das Jahr 2027 vorgesehen.



