Die sächsische Bevölkerung wird in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Das Statistische Landesamt in Kamenz hat drei verschiedene Szenarien berechnet, die einen Rückgang der Einwohnerzahl zwischen 8,2 und 15,2 Prozent vorhersagen. Im Jahr 2024 lebten noch rund 4,04 Millionen Menschen im Freistaat. Für das Jahr 2045 erwarten die Statistiker je nach Variante entweder 3,71 Millionen oder 3,43 Millionen Einwohner. Damit würde Sachsen die Marke von vier Millionen Einwohnern deutlich unterschreiten.
Grundlage der Vorausberechnung
Die Prognose basiert auf der Analyse der Bevölkerungsentwicklung in den Jahren 2021 bis 2024. Die Statistiker haben drei Varianten entwickelt, die unterschiedliche Annahmen zu Geburtenrate, Sterbefällen und Wanderungsbewegungen berücksichtigen. In allen Szenarien zeigt sich ein klarer Trend: Die Einwohnerzahl geht zurück, allerdings mit regionalen Unterschieden.
Regionale Unterschiede
Während alle zehn Landkreise und die Stadt Chemnitz in jeder Variante Einwohner verlieren, können Leipzig und Dresden in einigen Szenarien zulegen. Leipzig könnte in zwei der drei Varianten einen Zuwachs von 5,8 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent verzeichnen. Dresden würde in einer Variante ein Plus von 1,6 Prozent erreichen. Besonders stark betroffen sind der Vogtlandkreis und der Erzgebirgskreis: In der Maximalvariante verlieren sie fast ein Viertel ihrer Bevölkerung. Fünf weitere Landkreise würden selbst in der günstigsten Variante mehr als jeden zehnten Bürger einbüßen.
Auswirkungen auf die Region
Der Bevölkerungsrückgang hat weitreichende Folgen für die Infrastruktur, den Arbeitsmarkt und die soziale Versorgung in Sachsen. Besonders in ländlichen Regionen drohen Schulschließungen, ein Mangel an Fachkräften und eine Überalterung der Gesellschaft. Die Landesregierung steht vor der Herausforderung, mit gezielten Maßnahmen gegen den Trend zu steuern, etwa durch verbesserte Kinderbetreuung, attraktive Arbeitsplätze und eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs.



