Historische Templiner Poliklinik: Viele Ärzte unter einem Dach und persönliche Erinnerungen
Templiner Poliklinik: Ärzte unter einem Dach und Erinnerungen

Historische Templiner Poliklinik: Viele Ärzte unter einem Dach und persönliche Erinnerungen

Ein historisches Foto aus dem Jahr 1995, das die Robert-Koch-Straße in Templin zeigt, hat bei zahlreichen Lesern lebhafte Erinnerungen an die ehemalige Poliklinik geweckt. Das Gebäude auf der linken Straßenseite, das heute als Obdachlosenunterkunft dient, war über viele Jahre hinweg ein zentraler Ort der medizinischen Versorgung für die Bewohner der Region.

Persönliche Geschichten und medizinische Versorgung

Joachim Krämer aus Röddelin entdeckte durch das Foto im „Historischen Guckkasten“ eine überraschende Familienhistorie. Lange Zeit glaubte er, im Templiner Krankenhaus geboren worden zu sein, bis seine 94-jährige Mutter ihm verriet, dass seine Geburt 1951 tatsächlich in dem Gebäude stattfand, das später als Poliklinik genutzt wurde. „Damals war das Krankenhaus nach dem Bombenabwurf 1944 noch nicht vollständig in Ordnung gebracht. Also wurde das Haus direkt an der Kreuzung für die medizinische Versorgung genutzt“, erklärte Krämer.

Klaus Preuß aus Milmersdorf schwärmt noch heute von der praktischen Einrichtung der Poliklinik. „Dort hatten verschiedene Ärzte ihre Praxen unter einem Dach. Für die Patienten war das sehr praktisch. Ihnen blieben dadurch weite Wege erspart“, berichtete er. Diese Meinung teilt auch der Templiner Siegfried Adolph, der bedauert, dass solche Einrichtungen abgeschafft wurden. Doreen Stein, eine ehemalige Templinerin, die jetzt im saarländischen Bexbach lebt, erinnert sich an regelmäßige Arztbesuche mit ihrer Mutter und später an Schwangerenberatungen in der Poliklinik.

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Alltagsleben und städtebauliche Veränderungen

Rolf Prütz aus Beutel, der in einem Haus schräg gegenüber der Poliklinik aufwuchs, fühlte sich durch das Foto an seine Kindheit erinnert. „Dort, wo sich jetzt das Tattoo-Studio befindet, war früher eine Fleischerei. Und um die Ecke, in der August-Bebel-Straße, sind wir zum Konsum gegangen, um einzukaufen. Heute nutzt eine Pizzeria diese Räume“, erzählte er. Irmgard Trentau, die 1978 nach Templin zog, bemerkte die imposanten Baumkronen in der Straße, die auf dem Foto von 1995 deutlich zu sehen sind.

Die Kreuzung August-Bebel-/Robert-Koch-/Friedrich-Engels-Straße war bei vielen Templinern unter dem Namen „Spiegelkreuzung“ bekannt, wegen des Verkehrsspiegels, der bessere Einsicht in den Kreuzungsbereich ermöglichte. Anneliese Angermann erinnerte sich daran, dass manche Bewohner sie auch „Lothar-Schröder-Kreuzung“ nannten, nach einem verstorbenen Polizisten, der dort oft den Verkehr regelte.

Historische Nutzung und archivarische Details

Bevor das Gebäude als Poliklinik diente, beherbergte es laut Ronald Wienecke, einem ehemaligen Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes, das Katasteramt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lagen viele Unterlagen aus dem Amt auf der Straße und waren Wind und Wetter ausgesetzt, was zu erheblichen Beschädigungen führte. Wienecke arbeitete im Liegenschaftsamt in der Heinestraße, wo diese Unterlagen später aufbewahrt wurden.

Das Foto, das diese vielfältigen Erinnerungen auslöste, stammt aus dem Archiv des Nordkurier und zeigt die Robert-Koch-Straße im Jahr 1995. Neben den bereits genannten Personen lagen auch Manfred Paesler, Ute Schröder aus Templin und Ingrid Fritz aus Mittenwalde mit ihren Tipps richtig. Die ehemalige Poliklinik wird heute vom Verein „Die Rettungsinsel“ und Frank Wolter als Obdachlosenunterkunft genutzt, wie die Kurstädterin Gisela Senftleben berichtete.

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