Ein Handbruch als Wendepunkt
Uta Maske aus Pasewalk hat sich mit 60 Jahren einen lang gehegten Traum erfüllt: Sie eröffnete ihre eigene Praxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Fünf Jahre vor dem regulären Renteneintritt startet sie damit einen beruflichen Neuanfang, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint. Doch für Maske ist es die logische Konsequenz aus einem einschneidenden Erlebnis.
Vom Handbruch zur Psychotherapie
Im Jahr 2019 erlitt die gelernte Masseurin und Yogalehrerin einen Bruch des rechten Handgelenks, der ihre Arbeit in der Physiotherapie in Zerrenthin unmöglich machte. „Ich fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig hilflos“, erinnert sich Maske. „Im wahrsten Sinne des Wortes dachte ich: Jetzt hast du es nicht mehr in der Hand.“ Gleichzeitig wurde ihr bewusst, wie sehr sie ihren Beruf liebt. Der Unfall zwang sie, sich neu zu orientieren. Gemeinsam mit dem Arbeitsamt entwickelte sie einen Plan B – und entdeckte ihre Leidenschaft für die Psychotherapie.
Der Weg zur Heilpraktikerin
Die zweijährige Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie absolvierte Maske in Berlin. Zunächst fand der Unterricht in Präsenz statt, ab der Corona-Pandemie teilweise per Videokonferenz. „Das habe ich gut gemeistert“, sagt sie. Ihre erste Prüfung beim Gesundheitsamt in Neustrelitz bestand sie jedoch nicht. „Ich habe zu weit ausgeholt und wollte zu viel zeigen“, erklärt sie. Nach einem Jahr Wartezeit trat sie erneut an und bestand diesmal mit Bravour. „Das Üben hat mir richtig Spaß gemacht.“
Praxis am Neuen Markt
Ihre Praxis befindet sich zentral, aber versteckt in einem Torbogen am Neuen Markt in Pasewalk. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie darf sie keine Medikamente verschreiben oder schwere psychische Erkrankungen allein behandeln. „Aber ich darf begleiten“, betont sie. „Ich habe die Zeit und den Raum, den es in Arztpraxen oft nicht gibt.“ Ihre Arbeit finanziert sie privat, da die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen. Sie sieht sich als Brückenbauerin zwischen Hausärzten und approbierten Psychotherapeuten.
Hilfe zur Selbsthilfe
Zu Maskes Methoden gehören unter anderem ein Whiteboard und ein Systembrett, mit dem sie Beziehungsgeflechte visualisiert. „Die meisten meiner Patienten haben ein Thema mit Selbstfürsorge“, beobachtet sie. „Man kann nur dann gut zu anderen sein, wenn es einem selbst gut geht.“ Sie bewundert jeden, der bereit ist, an sich zu arbeiten. Ihre eigene Erfahrung mit einer Gesprächstherapie nach einer Scheidung im Jahr 2010 half ihr, die Wirksamkeit solcher Gespräche zu verstehen. „Jeder Klient ist Experte seines eigenen Problems. Ich begleite ihn in seinem Gedankenkarussell und helfe ihm, um die Ecke zu denken.“
Neuanfang mit 60
Auf die Frage, ob sie nicht langsam an Rente denken sollte, antwortet Maske: „Warum? Ich liebe, was ich tue.“ Sie findet sich nicht mutig, aber sie glaubt, dass man erst Angst empfinden muss, um sich für mutig zu halten. „Wir Menschen sind dafür gemacht, füreinander da zu sein.“ Ihre Praxis ist nach Vereinbarung geöffnet, erreichbar unter der Telefonnummer 0160 97843074 oder per E-Mail an uta.maske@beispiel.de.



