Für die einen gelten Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Nelkenwurz und Kettlapkraut als Unkräuter, andere sehen darin schlicht Grünzeug, und Birgit Dahler betrachtet sie als Heilkräuter. Die 63-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Heilpraktikerin.
Von Berlin in die Uckermark
„Ich komme ursprünglich aus Berlin-Köpenick und habe in der Uckermark meine zweite Heimat entdeckt. Seit Anfang 2025 wohne ich in Flieth“, erzählt sie. „Ich brauche die Natur, die Stille, die Kräuter.“ Dort betreibt sie ihre Praxis und bietet Phytotherapie, Akupunktur und Homöopathie an. Jetzt im Frühling durchstreift sie oft – allein oder mit Interessierten – die Natur, denn entlang der Wege wachsen wunderbare Wildkräuter, die nach der langen Winterpause beim Entgiften und Entschlacken helfen.
Giersch: Der verfluchte Schatz im Garten
Ihr größter Geheimtipp ist der Giersch, der im Schatten oder Halbschatten wächst. Einige Menschen haben ihn sogar im Garten, möchten ihn dort aber oft nicht, weil er sich stark ausbreitet. „Er entgiftet und leitet stark aus und hilft besonders gut bei Gicht und Rheuma. Giersch führt auch Harnsäure ab und wirkt entkrampfend. Außerdem liefert er wichtige Nährstoffe wie Vitamin C, Eisen, Bor, Mangan, Kupfer, Harze und Glycoside – und natürlich noch vieles mehr.“
Birgit Dahler erkennt frischen Giersch an seinen dreieckigen Stängeln und der dreigliedrigen Blätterung und bereitet daraus gern Smoothies zu. Sie gibt zudem Löwenzahn und Brennnesseln hinzu. Das ergibt einen wahren Muntermacher für die Leber.
Tee aus Giersch für den Winter
Wenn Birgit Dahler aus Giersch Tee herstellt, trocknet sie die Blätter – später auch die weißen Blüten – an einem kühlen, trockenen und luftigen Ort. „Manche trocknen sie auch auf der Heizung oder im Backofen bei max. 50 Grad Celsius.“ Sind die Blätter getrocknet, zerreibt sie sie zwischen den Händen oder zerkleinert sie mit einem Mixer. „Ich bewahre sie dann in einer Dose auf.“
Brennnessel: Mehr Vitamin C als eine Zitrone
Die zweite große Heilpflanze ist die Brennnessel. Birgit Dahler betont, dass sie stark entzündungshemmend wirkt, das Blut reinigt, entgiftet und die Ausleitung über die Niere fördert. Deshalb wird sie bei Rheuma, Gicht, Arthrose und Diabetes eingesetzt.
Die Pflanze enthält viel Vitamin C – deutlich mehr als die Zitrone – und sehr viel Eisen. „Ich gebe Brennnessel gern in den Smoothie, aber man kann sie auch in der Küche vielfältig nutzen, zum Beispiel als Brennnesselsuppe. Man kann Brennnessel außerdem wie Spinat zubereiten: Ich dünste Zwiebeln in der Pfanne an, gebe etwas Knoblauch dazu, lege die abgewaschenen Blätter hinein und lösche alles mit Weißwein oder Rosé ab; Gemüsebrühe funktioniert ebenfalls. Dann lasse ich das Ganze zugedeckt garen, bis es weich ist“, so Dahler.
Löwenzahn: Salzstangen, Sirup und Tee
Unter den derzeit verfügbaren Heilpflanzen gilt der Löwenzahn als Alleskönner. „Er ist eine große Leber- und Nierenheilpflanze; seine Bitterstoffe regen den Leberstoffwechsel an und reinigen ihn.“
Laut Birgit Dahler kann man alle Teile des Löwenzahns verwenden. Sie gibt die Blätter, Stängel und Blüten in den Smoothie. Aus den getrockneten Blättern und Wurzeln bereitet sie Tee für den Winter zu. Aus den Blüten kocht sie Sirup und Gelee. Besonders gern knabbert sie die Stängel wie Salzstangen. „Ich pinsle sie mit Öl ein, bestreue sie mit Meersalz und backe sie im Ofen bei 150 Grad Celsius für circa 20 Minuten.“
Veranstaltung: Yoga & Heilkräuterzauber
Am 6. Juni bietet Birgit Dahler zusammen mit Yogalehrerin Josy Kumlehn um 10 Uhr eine Veranstaltung in der Uckermark unter dem Motto „Yoga & Heilkräuterzauber“ an. Anmeldungen unter 0177 5939629. Diese Informationen ersetzen keinen Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers.



