Corona-Selbsttests richtig anwenden: So vermeiden Sie Fehler beim Nasenabstrich
Corona-Selbsttests: Fehler beim Nasenabstrich vermeiden

Corona-Selbsttests im Handel: Richtige Anwendung ist entscheidend

Die ersten Corona-Selbsttests zur Eigenanwendung haben den deutschen Markt erreicht. Discounter wie Aldi haben bereits mit dem Verkauf begonnen, während Drogerieketten, Supermärkte wie Lidl, Edeka und Rewe sowie Apotheken bald nachziehen werden. Jeder Laie kann sich nun eigenständig auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen, vorausgesetzt, man erwirbt einen der zugelassenen Tests.

Zulassung und häufige Fehlerquellen

Bislang haben sieben Tests die notwendige Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten. Die Behörde hat insbesondere überprüft, ob auch Menschen ohne medizinische Fachkenntnisse die Tests korrekt anwenden können. Dennoch bleibt trotz präziser beiliegender Anleitungen Raum für Fehler, vor allem bei der Entnahme der Probe. Alle sieben bisher zugelassenen Tests verlangen einen Nasenabstrich, was besondere Sorgfalt erfordert.

Nasenabstrich: So geht es richtig

Ein Nasenabstrich kann unangenehm sein, mit möglichen Empfindungen wie Brennen, Kribbeln, Niesreizen oder tränenden Augen. HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg betont: „Der Tupfer sollte ganz langsam und gerade in die Nase eingeführt werden, flach in Richtung des Gehörgangbodens. Keinesfalls am Nasenrücken in Richtung Stirn schieben.“ Bei Widerstand oder Schmerzen sollte man nicht weiterdrücken und stattdessen das andere Nasenloch probieren, da viele Menschen eine Biegung in der Nasenscheidewand haben.

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Tipps für schwierige Fälle

Falls der Abstrich gar nicht gelingt, kann Nasenspray mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin helfen, indem es die Gefäße in der Nase zusammenzieht und mehr Platz schafft. Allerdings sollte man nach dem Sprühen etwa eine Stunde warten, bevor man testet, um kein verfälschtes Ergebnis durch abgestrichenes Nasenspray zu erhalten. Wichtig ist, dass man Nasenschleim und nicht Nasenspray abstreicht, so der Experte.

Besondere Herausforderungen bei Kindern

Für Kinder kann der Nasenabstrich besonders unangenehm sein. Kinderarzt Jakob Maske aus Berlin warnt: „Selbst in der Praxis haben wir manchmal Probleme, und für Eltern wird es in vielen Fällen sehr schwierig oder unmöglich, wenn die Gegenwehr zu groß ist.“ Dies erhöht die Fehlerquote und damit die Ungenauigkeit des Testergebnisses. Bei starkem Widerstand sollte man vom Abstrich absehen. Maske empfiehlt, den Abstrich im Liegen durchzuführen, da es für Kinder angenehmer ist, und warnt vor Nasenbluten, besonders bei Infekten mit empfindlicher Schleimhaut.

Weitere Stolperfallen und Verhaltensregeln

Neben dem Abstrich sind saubere Hände und Oberflächen entscheidend, um Kontaminationen zu vermeiden. Ein negatives Testergebnis ist jedoch keine hundertprozentige Garantie für die Abwesenheit von Viren und sollte nicht als Freibrief missverstanden werden. Es bietet zusätzliche Sicherheit, etwa vor Besuchen bei Risikogruppen, aber die geltenden Hygieneregeln wie Abstand halten, Händewaschen, Lüften und Maskentragen müssen weiterhin eingehalten werden.

Was tun bei positivem Ergebnis?

Bei einem positiven Selbsttestergebnis gilt: Sofort isolieren und das Gesundheitsamt oder den Hausarzt kontaktieren. Ein anschließender PCR-Test im Labor dient zur Bestätigung des Ergebnisses. Durch diese Maßnahmen kann die Verbreitung des Virus effektiv eingedämmt werden.

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