Eiscafé Hahn in Klueß: Seit 33 Jahren ein kultiges Ausflugsziel
Eiscafé Hahn: 33 Jahre Erfolg in Klueß

Das Eiscafé Hahn in Klueß ist eine Institution. An der Straße zwischen Teterow und Güstrow stoppen Promis und Trabis, doch wenn die Sonne scheint, sind alle gleich: Sie genießen seit Jahrzehnten das hausgemachte Eis. Seit 33 Jahren existiert das Eiscafé Hahn nun schon. Gerüchte, dass das beliebte Traditionscafé in diesen Krisenzeiten schließt, können getrost dahinschmelzen.

Das Erfolgsrezept: Selbst pasteurisiertes Softeis

Der Renner ist das Softeis. Es besteht nicht aus dem oft angebotenen Fertigmix mit Wasser. 300 Liter Milch verbrauchen die Hahns und ihre Mitarbeiter pro Woche für ihr selbst pasteurisiertes Eis. „Die Leute sind da ganz sensibel. Die merken, dass Milch, Zucker und Sahne drin ist“, sagt Wilfried Hahn, ohne das Geheimrezept zu verraten. Für das Know-how fährt die Familie Hahn ins Land des Dolce Vita: nach Longarone zur Eismesse und nach München zum Eisseminar.

Innovative Eissorten und besondere Spezialitäten

Immer wieder gibt es Neues. In dieser Saison kann man Eis aus indischer Mangopaste probieren. Wilfried Hahn hegt eine besondere Beziehung zum Subkontinent: Vormals Geschäftsführer der Forstbaumschule in Klueß, hat er viele indische Arbeiter unterwiesen. „Wir schauen uns viele internationale Rezepte ab“, erzählt er. So gibt es hier selbstgebackene Brüsseler Waffeln und als Kaffeespezialität Barraquito aus Teneriffa: gezuckerte Kondensmilch, Licor 43, Espresso, geschäumte Milch, Zitronenschale und Zimt. Für vierbeinige Gäste gibt es Bello Hunde-Eis – ohne Zucker und laktosefrei.

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Kunst und Musik im Café

Original-Bilder von Künstlern wie Lars Lehmann sind ein Markenzeichen. Selbst auf der Toilette spielt das Eiscafélied der Hausband Nitebrain aus Güstrow. Die Hahns wollten eigentlich den frei gewordenen Backwarenladen in Klueß weiterführen. Da seine Frau aber immer sehr gern Eis aß, ließen sie sich vom „Eiskönig“ Kloth in Güstrow in die Geheimnisse der frostigen Süßigkeit einweihen.

Herausforderungen und Lösungen

„Insgesamt haben wir hier schon über 200 Leute verschiedenster Nationen beschäftigt“, erzählt Wilfried Hahn. „Sie kamen aus Polen, Rumänien, Ungarn, Litauen, sogar Venezuela und Ägypten. Manche Mitarbeiter sind schon über 20 Jahre hier.“ Seit der Jahrtausendwende besteht das Problem, Mitarbeiter zu finden. Die Lohnnebenkosten sind hoch, was zusätzliche Einstellungen erschwert. Daher ist auf der Terrasse jetzt Selbstbedienung. Auch den Pavillon in Güstrow verpachtete die Familie nach 15 Jahren wegen Personalmangels.

Weitere gastronomische Sorgen

Hohe Energiekosten und teure Früchte wie Himbeeren belasten das Unternehmen. Letztes Jahr waren Plastiklöffel verboten. „Es gab die aus Holz, aber das schmeckt wie beim Arzt, wenn man A sagen muss“, merkt Sohn und Feinschmecker Matthias an. Der Junior wird das Geschäft weiterführen. Alles funktioniert gut im Familienverbund, sagt Wilfried Hahn, der als Rentner bei seiner Frau angestellt ist.

Treffpunkt für Promis und Stammgäste

Etliche Leute kommen nur wegen des Softeises, aber auch wegen Klassikern wie Pflaumeneis. Es sind Angestellte der Malchiner Landesforst, Motorradcliquen aus Hamburg, Autofahrer in Richtung Rostock, die von der nahen Autobahn abbiegen, und Brummifahrer. Schauspielerin Kathrin Saß, Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering und Innenminister Lorenz Caffier ließen sich hier das Eis schmecken. „Einmal stand hier alles voller Polizei. Ich habe schon einen gehörigen Schreck gekriegt“, erzählt der Senior. „Dabei waren es Polizeischüler, die zur Belohnung ein Eis bekommen haben.“

All diese Geschichten möchte Wilfried Hahn nicht missen. Er will hier arbeiten, bis er 90 ist. „Das ist in 20 Jahren“, schmunzelt er.

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