Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Drei Evakuierte auf dem Weg nach Düsseldorf
Praia (Kap Verde) – Nach dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus an Bord des niederländischen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ hat die medizinische Evakuierung von drei betroffenen Personen begonnen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kap Verde bestätigte, handelt es sich um zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und eine Kontaktperson. Der Gesundheitszustand der drei Personen sei stabil, eine zeige bisher keine Symptome.
Die beiden Erkrankten und die Kontaktperson wurden im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord gebracht und mit Rettungswagen zum Flughafen außerhalb der Stadt transportiert. Der niederländische Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions fliegt sie in die Niederlande aus. Nach Angaben des niederländischen Außenministeriums handelt es sich bei den Patienten um einen Briten (56), einen Niederländer (41) und eine Deutsche (65). Nach ihrer Ankunft in Amsterdam werden sie umgehend in spezialisierte Krankenhäuser verlegt, darunter auch nach Düsseldorf.
Hintergrund des Ausbruchs
Bereits zuvor waren drei Menschen auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ gestorben, darunter auch ein Deutscher. Das Schiff hat mittlerweile Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen. Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García Gómez erklärte, dass das Schiff in den nächsten drei Tagen in einen Hafen auf Teneriffa einlaufen soll, der nur zehn Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Die WHO begleitet die Maßnahmen.
Die Ministerin betonte, dass alle Schutzmaßnahmen ergriffen würden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die infizierten Patienten an Bord der „Hondius“ würden keinen Kontakt zu gesunden Mitreisenden bekommen und in Quarantäne bleiben. Später sollen sie mit Militärflugzeugen nach Madrid in das Militärkrankenhaus „Gómez Ulla“ gebracht werden. Nach Stabilisierung könnten sie in ihre Heimatländer überführt werden, wo sie gegebenenfalls weitere Quarantänemaßnahmen einhalten müssten.
Reaktionen und Maßnahmen
Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit teilte mit, dass das Universitätsspital Zürich auf solche Fälle vorbereitet sei. Ein Schweizer mit Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion wird dort behandelt. Die Sicherheit des Personals und aller Patienten sei gewährleistet, für die Bevölkerung bestehe derzeit keine Gefahr.
Laut dem Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions befanden sich 149 Menschen an Bord – 88 Passagiere und 61 Crewmitglieder aus 23 Ländern, darunter 7 Deutsche (ein Passagier verstorben) und 1 deutsches Crewmitglied. Die Inkubationszeit des Hantavirus beträgt laut Ministerin Gómez bis zu 45 Tage.
Die spanischen Behörden stehen in engem Austausch mit den betroffenen Ländern. Die Situation sei kompliziert, aber unter Kontrolle, so Innenminister Fernando Grande-Marlaska.



