Der Beginn der Grillsaison ruft jedes Jahr aufs Neue eine Debatte über den Fleischkonsum hervor. Barbara Supp stellt in ihrer Kolumne die provokante Frage: Was wäre, wenn die Tiere auf unserem Teller Namen trügen? Würde das unser Verhältnis zu ihnen verändern? Sie beleuchtet das schwierige Verhältnis zwischen Mensch und Tier auf dem Land und appelliert an jeden, der Tiere isst, sich einmal anzusehen, wie ein Tier stirbt.
Ein Blick hinter die Kulissen der Fleischproduktion
Supp beschreibt, wie die moderne Landwirtschaft Tiere oft zu bloßen Nummern degradiert. Ein Lamm im Stall, das später auf dem Teller landet, hat keine Identität. Die Autorin regt an, dass ein Name vielleicht eine Brücke schlagen könnte zwischen dem Lebewesen und dem Konsumenten. Sie zitiert Landwirte, die ein robustes Verhältnis zu ihren Schlachttieren haben – sie pflegen sie, versorgen sie, aber töten sie auch. Diese Ambivalenz sei Teil des bäuerlichen Lebens.
Die emotionale Distanz zum Essen
Viele Menschen vermeiden es, über die Herkunft ihres Fleisches nachzudenken. Supp argumentiert, dass diese Distanz problematisch ist. Sie fordert mehr Transparenz und eine bewusstere Auseinandersetzung mit dem Tod der Tiere. Nur wer den Kreislauf von Leben und Tod verstehe, könne verantwortungsvoll mit Fleisch umgehen.
Die Kolumne endet mit einem Appell: Die Grillsaison solle nicht nur Genuss bedeuten, sondern auch Respekt vor dem Tier. Wer Fleisch esse, solle sich der Konsequenzen bewusst sein. Vielleicht, so Supp, würde ein Namensschildchen auf dem Kotelett tatsächlich etwas ändern – zumindest bei dem einen oder anderen.



