Käsekonsum in Deutschland erreicht historischen Höchststand
Die Deutschen lieben Käse wie nie zuvor. Nach aktuellen Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) stieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Käse im Jahr 2025 auf 26,4 Kilogramm an. Das entspricht einem Zuwachs von knapp einem Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr und markiert den höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung. Dieser anhaltende Aufwärtstrend unterstreicht die wachsende Beliebtheit von Käseprodukten in der nationalen Ernährung.
Butter erlebt Renaissance, Milch verliert an Boden
Parallel zum Käseboom verzeichnet auch Butter eine deutliche Steigerung. Der Konsum von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen erreichte 2025 mit 5,6 Kilogramm pro Person einen bemerkenswerten Zuwachs von 250 Gramm. Mehr wurde zuletzt im Jahr 2022 verbraucht. Experten führen diese Entwicklung auf die gesunkenen Preise zurück, die nach einer Produktionsausweitung Anfang 2025 zu einer erhöhten Nachfrage führten.
Im Kontrast dazu setzt sich der Abwärtstrend beim Milchverbrauch fort. Mit nur noch 45,1 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2025 – rund ein Kilogramm weniger als 2024 – sinkt der Konsum kontinuierlich. Seit 2015 hat sich der Wert von damals 52,6 Kilogramm je Einwohner deutlich reduziert. Das BZL vermutet, dass die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Milchalternativen maßgeblich zu diesem Rückgang beiträgt.
Produktionszahlen spiegeln veränderte Nachfrage wider
Die heimischen Erzeuger lieferten 2025 etwa 31,6 Millionen Tonnen Milch an deutsche Molkereien, was einem leichten Anstieg von gut einem Prozent entspricht. Aus dieser Menge wurden unter anderem 4 Millionen Tonnen Konsummilch (ein Rückgang von 2,6 Prozent), knapp 2,8 Millionen Tonnen Käse (ein Plus von 0,5 Prozent) und 518.100 Tonnen Butter sowie Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse (ein starker Zuwachs von 9,4 Prozent) hergestellt.
Interessant ist der unterschiedliche Rohstoffbedarf: Für die Herstellung eines 250-Gramm-Päckchens Butter werden etwa fünf Kilogramm Milch benötigt, während ein Liter Milch ungefähr 1,03 Kilogramm wiegt. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie sich die Produktionsschwerpunkte verschieben.
Strukturwandel in der Milchviehhaltung hält an
Der seit 2015 beobachtete Rückgang der Milchkuhbestände hat sich zuletzt nicht fortgesetzt. 2025 gab es knapp 3,6 Millionen Tiere, was einem leichten Zuwachs von gut 7.000 Kühen entspricht. Allerdings sank die Zahl der Milchviehbetriebe um 3,1 Prozent auf nur noch gut 47.100 – ein historischer Tiefstand, der den anhaltenden Strukturwandel in der Branche unterstreicht.
Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Milchleistung je Kuh weiter an. 2025 lieferte eine Milchkuh im Schnitt 9.452 Kilogramm Milch, mehr als im Vorjahr mit 9.410 Kilogramm. Dieser Wert hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erhöht; 2020 lag er noch bei gut 6.200 Kilogramm pro Tier. Diese Steigerung der Effizienz kompensiert teilweise den Rückgang der Betriebszahlen.
Insgesamt zeigen die neuen Zahlen des BZL eine deutliche Verschiebung der Konsumgewohnheiten in Deutschland. Während Käse und Butter immer beliebter werden, verliert traditionelle Milch an Bedeutung – ein Trend, der durch pflanzliche Alternativen und wirtschaftliche Faktoren geprägt wird. Die Landwirtschaft passt sich diesen Veränderungen mit angepassten Produktionsstrategien und einer steigenden Effizienz an.



